05.45 Uhr heute morgen -genauso wie vor ca. 4 Monaten- Toilette blockiert. Wasser läuft nicht ab. Technische Daten: Dachwohnung, nachträglich installierte Sanitäranlagen, wahrscheinlich Marke „Du, Freund, das mach ich für umme für Dich am Wochenende“. Trotz des ausdauernden Versuches meinerseits, durch Aufdrehen sämtlicher Wasserquellen das Ding wieder zu fluten (was der letzte Notdienst erfolgreich getan hat)- nichts.
08:15 Uhr In der Firma sanitären Notfallurlaub genommen, Sanitärdienst angerufen. Noch sieht das alles nach Arbeit für ne habe Stunde aus. Aktion Rohrfrei, Rest des Tages ich frei.
09:20 Uhr Es kommt netter Mann mit reichlich Werkzeug. Eine Spirale mit Dreizackaufsatz ähnlich wie diese,

wird mittels einer ohrenbetäubenden Maschine ins Rohr gestoßen. Also mehrere davon. Viele Meter davon. Also mehrere 5 Meter lange Spiralen. Nachdem er die dritte drin hat und sicherlich das Fallrohr längst erreicht hat, ohne auf eine Blockade gestoßen zu sein, nächstes Problem. Spirale klemmt im Rohr, lässt sich nicht wieder rausholen.
10:20 Uhr Anruf in der Firma. Halbe Stunde später erscheinen zwei weitere Installateure. Vom Wohnzimmer aus höre ich *murmelmurmelkeinGefälle90Gradwinkelwas istdasfüreineShyceInstallation“*.
Ich sage Ihnen, wenn drei Handwerker mit ratlosem Unterton murmeln, wird Ihnen nicht besser. Abgesehen davon, dass die mittlerweile vier Kaffee gerne wieder in Freiheit wären.
11:20 Uhr Eine weitere halbe Stunde später ist die Spirale wieder draussen, blitzsauber, aber der Abfluss geht immer noch nicht. Es wird eine Kamera eingeführt. Das Wasser schiesst nicht durchs Rohr, sondern aufgrund der vielen 90 Grad Winkel ist es eher ein gemütliches Plätschern. Nicht gut. Neuer Versuch mit Spirale, diesmal mit dem Aufatz „Dreizack“. Wenigstens kommt die dann mitsamt ihrer 15 Meter wieder zurück.
Dann eine Kamera eingeführt und das Ganze mal von innen betrachtet. Da ist eigentlich nichts, außer einem Gegengefälle. Was bei Abflussrohren komplett kontraproduktiv ist, hab ich gelernt. Das ist ja schon mal schlecht.
12:30 Uhr Noch weniger gut ist das, was sie mit der Kamera noch entdecken: ein Loch im Abflussrohr, verursacht vom Spiralen Aufsatz Marke „Dreizack“ bei dem Versuch, um die bescheuerten Ecken rumzukommen.
Nächster Anruf in der Firma, jetzt kommt der Chef.
13:05 Uhr Jetzt wäre es also komplett fatal, irgendwo Wasser laufen zu lassen, weil dieses Wasser ungebremst beim Nachbarn in die Wände sickern würde. Ich sehe mich Koffer packen und ausziehen. Vermieter übrigens telefonisch nicht zu erreichen. Wenn Sie glauben, es geht nicht schlimmer, warten Sie ab.
13:25 Uhr Das Loch im Abflussrohr ist nicht irgendwo an einer relativ gut zugänglichen Stelle, sondern hinter der Wand. Und zwar hinter der Wand, wo davor was steht? Die BADEWANNE!
Was nun wieder bedeutet, dass man die Seitenwand der Wanne aufstemmt, die Wand aufstemmt, dann dem Verlauf des Rohres etwa einen halben Meter in die Tiefe folgt und feststellt, dass man das Loch nur provisorisch flicken kann, weil man erst richtig dran kommt, wenn die Badewanne was ist? Komplett abgebaut. Dazu natürlich die fünf Meter Rohrlauf bis zum Fallrohr aufstemmen, Fliesen abschlagen, Rohr neu verlegen, das Ganze wieder zumachen, neu verfliesen -sofern die Fliesen noch erhältlich sind- summa summarum so um die 2.500 Euro. Das Loch flicken sie natürlich umsonst, haben sie ja auch gemacht.
Erwähnte ich, dass ich mittlerweile erfahren habe, dass der Vermieter bis Sonntag in Urlaub ist?
13:45 Uhr Chef geht wieder, die zwei Übriggebliebenen stemmen dann mal auf.
Das ist der Moment, in dem ich mich entschliesse, in den Stall zu fahren und so zu tun, als ob alles ok wäre. Die beiden Installateure beginnen mit der Teilverwüstung meines Bades.
14:10 Uhr Inzwischen finde ich ein komplett vollgeregnetes Pferd mit undichter Regendecke, Ersatz liegt bei Muddi im Keller, hatte ich noch keine Zeit zu holen nach dem Umzug. Also ab zu Muddi, Decke holen, wieder zurück in den Stall, das Pferd bespaßen, etwas runterkommen (was wegen dortiger Vorkommnisse auch nicht geglückt ist, aber das ist eine andere Geschichte) und nach zwei Stunden wieder zurück in die Wohnung.
16:15 Uhr Mittlerweile ist die Wanne teilfreigelegt, wie da die tote Maus hinkommt -ein Überbleibsel der Mäusevernichtungsaktion, Sie erinnern sich?- kann sich auch keiner erklären, interessiert auch nicht weiter. Die nächste schlechte Nachricht ist, dass eventuell noch mehr Rohr weiter unten auch kaputt sein könnte, was aber nicht mehr mein Problem, sondern dass der Unter-Mieter werden würde. Das können sie aber auch erst mit der Kamera sehen, wenn die Wanne weg ist.
Sinnvoll wäre jetzt also, das OK des Vermieters zur Rohrsanierung ab Toilette zu haben, damit das und die Reparatur des Spiralenlochs in einem Aufwasch gehen. Was nicht geht, der ist ja in Urlaub, laut seines Geschäftspartners, den ich dann erreiche. Er will versuchen, ihn am Urlaubsort zu erreichen.
17:00 Uhr Provisorisch ist jetzt alles mittlerweile wieder dicht -so weit man das wissen kann- und die Toilette flusht wieder halbherzig, also benutzbar. Erstmal.
17:30 Uhr Ich für meinen Teil bin jetzt komplett durch den Wind und zu erschöpft, um noch hysterisch zu werden. Das überlasse ich lieber dem netten jungen Vermieterehepaar, wenn es vom Kompagnon des Vermieterehemanns erfährt, dass es direkt nach Rückkehr aus dem Urlaub mal drei Grand oder so flüssig machen darf.
Ich werde jetzt meinen Koffer für morgen packen, nach einem halben Arbeitstag in das Flugzeug nach Hamburg steigen und wenn die am Sonntag gegen Greuther Fürth verlieren, dann, Herrschaften, hab ich RICHTIG schlechte Laune, denn das was ich jetzt habe, ist halbschlechte Laune. Wobei die schon schlecht genug ist. Dass meine Spülmaschine seit zwei Tagen leckt, ist mittlerweile eine Marginalie geworden. Was solls, wenigstens läuft da das Wasser problemlos. Pfffft.
Das war der Tragödie erster Teil, warten Sie mal, wenn die zur Sanierung kommen, DAS wird ein Spaß!
Und BITTE keine Scherze über drei Kerle, die bei mir ein Rohr verlegen wollen, die habe ich alle heute schon gehört!
