März 2009


Also die Zeit jetzt. Diese Zeitumstellung. Ich hatte das völlig verdrängt. Anders als sonst hat auch kein Mensch darüber gesprochen, es gab keine Vorwarnungen, keine Vorboten, kein Lamentieren. Und eben stehe ich auf, schaue auf den Wecker, denke, „och, erst kurz nach 8, Muddi kommt erst in zwei Stunden, erstmal einen Kaffee.“

Alles cool und gemütlich, bis mein Blick auf die kleine Zeitanzeige meines Laptops fällt. Kurz nach 9. Mittelgroße Verwirrung. Es hat ein paar Minuten gedauert. Erst wieder ins Schlafzimmer, vielleicht habe ich nicht richtig hingeschaut. Doch, da steht kurz nach 8. Und da dämmerte es mir. Sommerzeit. Aber erst hab ich das mal gegoogled, um zu verifizieren. Und dann dachte ich, was täte ich jetzt ohne Google. Ohne Internet. Ich wüsste nach wie vor nicht, ob mein Laptop spinnt. Und wie spät es wirklich ist. Wen sollte ich denn jetzt auch fragen? Nachbarn aus dem Bett klingeln, hey, wie spät ist es denn?

Die Antwort auf alle Fragen ist mitnichten 42. Es ist Google.

Im Übrigen fühle ich mich erneut bestohlen.

kenne ich nicht. Manchmal hätte ich gern eins. Das letzte war keins davon.

Dieses stand ganz im Zeichen des FC Sankt Pauli, der lehrreichen und wichtigen Erkenntnis, dass die Einführung des Girokontos das Ende der Prostitution, wie wir sie kannten, eingeläutet hat, daß zweieinhalbstündiges Warten in einer optisch 10 km langen Schlange in der richtigen Gesellschaft sehr kurzweilig sein kann, daß niemand am Millerntor gesiegt hat und die Serie von Herrn Markus noch hält.
Dass Frankfurt von oben genauso aussieht wie Hamburg und wenn man sich einbildet, man landet in Hamburg, es beinahe selbst glaubt, dass man in die falsche Richtung geflogen ist und nicht mal was dagegen gehabt hätte.

Dass es ganz besondere Fanfreundschaften gibt, die keinen Fanfreundschaftsschal haben und eigentlich nicht einmal Fanfreundschaften sind und dann gibt es noch die ganz normalen Freundschaften, die sogar Fanfreundschaftsschals haben. Und einen eigenen Blogbeitrag verdient haben.

Können Sie mir noch folgen? Macht nichts.

Dass anscheinende Kleinigkeiten ganz wichtig sein können, weil es in Wahrheit keine Kleinigkeiten sind. So wie Traubensaft und Kaffeemilch.

Dass man sich plötzlich ganz furchtbare Sorgen um jemanden macht und festgestellt, daß der ganze Internetzkram und das Handy nichts nutzen, wenn jemand nicht antwortet. Und was für ein Geröllhaufen einem vom Herzen fällt, wenn dann die entwarnende SMS kommt. Machen Sie das nicht wieder, Madame! Ich bin auch nicht mehr die Jüngste!

Dass es die liebenswerten Ideen eines Dritten sind, der einem Vierten in der Ferne eine Freude machen will und einen so dazu bringt, mal wieder eine handgeschriebene Nachricht -früher auch bekannt als Postkarte- zu beschreiben, ohne dass man in Urlaub ist.

Und ich habe schon wieder das Gefühl, ich habe tausend Sachen vergessen. Die Sie aber ohnehin nicht interessieren dürften. Haben Sie alles selber.

Bernstein. Und dem kompletten New York Philharmonic Orchestra.

Und 15 min. 49. sek. „Bolero“. In der für mich besten Fassung aller Zeiten. Was natürlich Geschmackssache ist. Also eben mein Geschmack.

Das erste Mal im Musikunterricht in der Schule –gibt es so was heute überhaupt noch?- gehört und dank eines sehr guten Musiklehrers sofort Feuer gefangen. Haben Sie schon mal versucht, den Ostinato-Rhythmus mit den Fingern mitzutrommeln? Das ist nicht so einfach, wie Sie glauben. Eine meiner Grundmotivationen, seinerzeit das Saxophonspiel zu erlernen, war der Wunsch, den Tenor- und/oder Sopransaxphonteil irgendwann mal mitspielen zu können. Mission completed, da bin ich echt ehrgeizig.

Die Älteren unter uns *hüstel* verbinden den Bolero sicherlich auch mit dem fast legendären Film „Zehn-die Traumfrau“, grundsätzlich ein extrem langweiliger Film, aber durch die mit dem Bolero unterlegten Szenen seinerzeit ein Erotikknaller. Und wer hätte danach nicht mal gerne mit dem Bolero im Hintergrund … ein gutes Gespräch geführt?

Mein persönliches Highlight jedoch ist –wie schon mal im Blog erwähnt- die eistänzerische Umsetzung des Themas durch Jayne Torvill und Christopher Dean 1984 bei Olympia in Sarajevo, ich hab das Video seither schon dutzende Male gesehen und finde es immer wieder großartig. Nicht nur ich, denn in der B-Note für den künstlerischen Wert gaben die Richter seinerzeit neun Mal die 6,0… wunderbar!

You might feel as if you need to explain something you did recently, but examine your motives first before you quickly say you’re sorry. Of course, an apology is in order if you truly overstepped your bounds. But don’t just go through the motions and pretend that you regret your behavior if your intentions were clear. Remember, you are not responsible for how others react to your direct approach.

 

Dieser letzte Satz ist argumentatives Teufelswerk für einen Widder.
„Ich bin doch nicht verantwortlich für Deine Reaktionen“ – große Klasse.

Der halbe freie Tag, den ich mir heute gönnen wollte, ist schon wieder halb vorbei und nur STRESS!
Handy verloren. Gerade noch damit telefoniert, wahrscheinlich nachlässig nur halb in die Jackentasche und eine Stunde später fällts mir auf. Nachdem ich natürlich gerade heute richtig viel unterwegs war.
Angerufen, gleich Mailbox. Also entweder kaputt oder kein Empfang. Tiefgarage Arbeitgeber war noch eine Option, also wieder hingebrettert unter den Nachfolgeparker geschaut. Nix. Entweder er steht mit dem linken Vorderrad genau drauf (was die Mailbox erklären würde) oder es ist sonstwo.
Ergo Karte gesperrt. Ergo alles weg, was drauf ist. Telefonnummern, Bilder etc. etc. Ja, werden Sie sagen, wenn ich mit Nokia PC Suite meine Daten ab und zu mal gesichert hätte…. HAB ICH!
Leider hatte ich ja dieses Rechnerproblem und im Zuge dessen habe ich alles runtergeschmissen. Unter anderem was? JA, Nokia PC Suite.

Die neue Karte ist schon unterwegs, die Nummer bleibt. SIE können mich also dann wieder erreichen. Ich Sie aber nicht. Das ist echt ärgerlich.

Aber mein Badezimmer ist fertig. Ist ja auch schon was. Super Tag. Mal gespannt, was noch alles kommt.

Ach ja, mein Geburtstagskalender war natürlich auch nur im Handy. Also dann schon mal Herzlichen Glückwunsch, damit ichs nicht vergesse :(

Edit: nun bin ich doch nicht ganz so hirnentkernt wie ich dachte, denn ich habe eine Sicherungsdatei gefunden auf meinem Rechner. Die, wenn ich das gleiche Handy wieder kaufe, auch ladbar ist.
Sie ist zwar einige Monate alt und der Kalender ist nicht drauf, aber die meisten Nummern -sofern nicht allzu aktuell- lassen sich damit wieder herstellen. Trotzdem, verflucht teure Nachlässigkeit. Ich hasse mich für so was!

EDIT: DAS HANDY IST WIEDER DA!!!!!!!!!!!

Der Hammer!!! Jemand hat es gefunden (zwischen Bäcker und Apotheke) und bei meinem Mobilfunkanbieter angerufen, nachdem er die Nummer des Handys raushatte, und seinen Fund gemeldet. Und eine Minute später war eine Mail da vom Anbieter, das mein Handy quasi 50 Meter weg von mir liegt bei diesem unglaublich ehrlichen, netten Mann, der es sogar noch auf Hochglanz poliert hat!

Den Finderlohn wollte er erst partout nicht annehmen, ich musste fast mit Gewalt darauf bestehen.

Mann, ich glaub das noch gar nicht!

:-)

Jetzt kann wordpress endlich das, was twoday schon immer konnte: Kommentarbezüge!
Sie können jetzt auf Kommentare antworten ohne das überblickverlustreiche @!!!

Wurde aber auch Zeit. Das war eigentlich das einzige, was mich noch an wordpress gestört hat :-)

Wo soll ich bloss anfangen? Seit fast vier Wochen kein Blogbeitrag, so lange kann mich normalerweise nicht mal ein Herzkasper vom Bloggen abhalten.
Andererseits, viel passiert.

Sanitärkollaps

Mittlerweile befinden sich die Reparatur- und Umbaumaßnahmen in der Endphase, das stylische Baustellenflair –nach Christo-Art alles abgedeckt und nur schwer zugänglich- geht mir auch verschärft auf nicht vorhandene Nüsse mittlerweile. Aber alles soweit sehr schön geworden. Wobei es das vorher ja auch war. Nur eben fehlerbehaftet. Schade, so ein peinliches Sixties-Badezimmer mit den blassbraunen oder gelben Kacheln, was danach aussieht wie eine Million Dollar, birgt irgendwie mehr Freupotential als ein Badezimmer, was quasi danach aussieht wie davor. Egal, musste ja.

Bloggeburtstag

Am 05.03.2009 war außer einem anderen Geburtstag auch mein dritter Bloggeburtstag. Seit 5. März 2006 habe ich jetzt 1.015 Posts samt Kommentare in die Welt getrötet auf diesem Blog, eine Umzug von twoday nach wordpress hinter mich gebracht und habe immer noch Spaß dran. Happy Birthday to me also.

Anderer Geburtstag

Da war ich auf der Suche nach dem besonderen Geschenk und hatte eine –unbescheiden ausgedrückt- geniale Idee. Es sollte zu einem besonderen runden Geburtstag ein Geschenk sein, das irgendwie persönlich sein sollte, aber auch mit dem FC St. Pauli zu tun haben musste. Und da fiel mir ein, dass es da diesen Comiczeichner Ulf Harten gibt, dessen Zeichnungen ich LIEBE, eine Ausstellung von ihm ist in der neuen Südtribüne zu finden. Und der Ulf Harten hat sich sofort bereiterklärt, meinen Kombinationswunsch zu erfüllen und hat was Großartiges gemacht. Dazu später mehr. Mehr dazu hier.

Auf jeden Fall, wenn ich dem Beschenkten Glauben schenken darf und das mach ich jetzt einfach mal, war es ein voller Erfolg, was mich ebenso freut. Das Treffen mit Ulf war übrigens auch extrem nett, er wird jetzt einer meiner Teilzeit-Dauerkarten-Sitter, wenn ich mal nicht kann, wie ich will.

Essen gehen mal anders

Da gibt es dieses brasilianische Restaurant in Hamburg. Panthera Rodizio. Also, ich kann nur sagen: alle hin da!
Tolle Atmosphäre, man hat das Gefühl, wenn man aus der Tür kommt, dass man eigentlich in tropische Temperaturen und in Strandnähe sein müsste, das Essen ist fantastisch und Leute laufen da rum… am Nebentisch saß Juan Carlos Gomez, der am 21.3. auf Vitali Klitschko trifft. Wie genau er ihn trifft, werde ich mir sicher ansehen, denn das scheint ein ganz netter Typ zu sein, sympathisches Lachen, keine Berührungsängste –wäre bei einem Boxer auch grundfalsch, stimmt. Der kleine Herr Diego von Werder Bremen war ohne Sarah Connor da, was kein Verlust war und sicher auch in Anwesenheit seiner brasilianischen Freundin auch taktisch unklug gewesen wäre. Nein, ich habe KEINE Autogramme erbettelt und ich habe KEINE Fotos gemacht. Ist nicht so meins. Das letzte Autogramm, das ich wollte, war eins vom Bemblkönig Heinz Schenk, da war ich sechs Jahre alt und der wohnte im Kaff nebenan und hat keins rausgerückt. Meine Zukunft als Autogrammjägerin war just in diesem Moment beendet.

Die Mutter aller Spiele

Da ich weder das Weltpokalsiegerbesiegerspiel noch das Aufstiegsspiel in die 1. Liga noch das Aufstiegsspiel in die 2. Liga selbst gesehen hat, war das Spiel gegen Hansa Rostock am Freitag meine persönliche emotionale Vollverausgabung. Meine Güte, ohne Medikamente hätte das sys- wie diastolisch auch mein letztes Spiel sein können, ich bin immer noch völlig beseelt. Wen es interessiert, hier der ausführlichere Bericht.
Dank Herrn Markus, der natürlich nicht nur einfach auch da war, sondern seiner Rolle als Glücksbringer wieder komplett gerecht geworden ist, war das einer der besten Fußballmomente meines Lebens, da kommt so schnell nichts mit, das steht fest.

Geriatric Sports?

Und ich habe eine neue Sportart für mich entdeckt. Nein, nicht anstatt irgendwas anderes, sondern noch. Ich hatte einen Schnuppergolfkurs in der Golf-Lounge Hamburg, das war ein Geschenk, dem ich mit gewissen Befürchtungen, nämlich beim Abschlag entweder nichts zu treffen oder splitterbombentiefe Löcher in die Auslegware zu schlagen, entgegengesehen hatte. Aber egal, hin da und dann wurde eineinhalb Stunden geputtet und abgeschlagen und ich sage Ihnen, soooo gemütlich, wie man glaubt, ist das überhaupt nicht! Ok, das Putten schon, aber nach nicht nur gefühlt mindestens 50 Abschlägen hatte ich Hand, Rücken, Arm und Spaß. Und ich bin unbescheiden wie immer der Ansicht, dass das nicht ganz schlecht war. Sagte auch der Golflehrer, aber das muss er auch, sie wollen ja nicht nur Schnupperkunden, sondern feste. Was bei mir ein bisschen problematisch wäre, aber ich wollte ihn auch nicht demotivieren.
Was auch problematisch ist, dass mir das auch noch Spaß gemacht hat. Angesichts der Preise der hiesigen Golfclubs allerdings etwas, was ein bisschen außerhalb meines Wollens und auch Könnens liegt, aber ich will das auf jeden Fall wieder machen. Irgendwas fällt mir auch noch dazu ein. Sicher.

Dann wäre da noch die kurzfristige Sorge um einen mir sehr liebwerten Blogger, der in der gleichen Straße wohnt wie das zusammengestürzte Stadtarchiv, ein schneller Blick in map24 hat mich noch vor den entwarnenden Twittermeldungen beruhigt.

Dann wäre da noch mein Pferd, was sich als absolut fahnenschwenktauglich erwiesen hat nach der Generalprobe, ich sollte mal fragen, wann ich dann zu „Hell´s Bells“ einreiten darf. Seltsam, dass während der Testeinheit weit und breit niemand anders zu sehen war, obwohl der Stall zu dieser Tageszeit sehr gut besucht war… *hrhr

Dann wären da noch diverse Emails, die der Beantwortung harren und zwar dringend, diverse To-do-Listen, die der Abarbeitung harren, diverse Blogkommentare, die der Kommentierung bedürfen, diverse Blogs, die noch besucht werden müssen.

Und ich werde das Gefühl nicht los, dass ich irgendwas vergessen habe….