April 2009


oder Du, gestern Abend, Deins wäre es auch gewesen. Schon lange nicht mehr so eine Anhäufung von rückgratlosen, arschkriecherischen, hinterhältigen, heuchlerischen Menschen erlebt. Da schweigt man still und staunt. Da wäre nicht mal Gewalt eine Lösung.

Also das Pferd. Nachdem die Stallbesitzerin vor Wochen beschlossen hat, als Gegenleistung für die nicht unerhebliche Einstellgebühr NICHTS zu erbringen, aus den letzten Heulieferungen der komplette Staub der Mojave-Wüste stieg, sich in den Strohlieferungen ausser pilzigem auch tierisches Leben verbarg, die Halle statt einem ebenen Boden wunderbar für Bergauf-/Bergab-Training geeignet ist, auf den Koppeln vorwiegend Pusteblumen stehen, der Außenplatz so tief ist, dass er die Möglichkeit bietet, Mordopfer so zu verscharren, dass sie niemand mehr findet, und man die Einsteller mittlerweile in zwei Kategorien einteilen kann (Kategorie 1 „steckt bis zu den Schultern im A***** der Stallbesitzerin“ und Kategorie 2 „hätte für soviel Geld gerne auch mal Gegenleistung“) zieht El Doc jetzt um. Und zwar hierhin.

Die Besichtigung ergab, dass alles, was versprochen wird, offenbar auch gehalten wird, die Betriebsleiterin ist der eher burschikose, aber patente Typ und für das Pferd dürfte das die beste Lösung sein.
Seine Wohnfläche vergrössert sich von 11 m² auf knapp 40 m², seine Rasenfläche vervierfacht sich sogar von 400 auf 1600 m², Essen gibt es in hochwertiger Qualität sieben Mal am Tag statt wie bisher fünf Mal (drei Mal gut und zwei Mal Schrott).

Es ist wieder mal April/Mai und in dieser Zeit ändere ich ja gerne mal Grundsätzliches. Es war aber auch einfach Zeit.

Und wo ich gerade so schön am Ändern bin: einen neuen Arbeitsplatz im Open Office will ich auch, das Hühnergegacker hinter mir NERVT und bevor ich ihnen die ausgedörrten Hühnerhälse umdrehe …

Und nun Glückes günstiges Geschick: diverse Umbaumaßnahmen bieten jetzt die Möglichkeit: maximale Huhnentfernung, keine Arbeitsplatzeinsehbarkeit und endlich wieder „belüftbar“.

Ändern macht Spaß. Mal sehen, was sonst noch so geht….

Es war. Das Wochenende. Heimspielniederlage St. Pauli. Verschmerzbar, weil wenigstens mit Herz, Eiern und Biss, wobei Thomas Meggle (rechts) das etwas zu wörtlich genommen hat…

megglebiss

und ich ihm fürs nächste Spiel eine Beißschiene ‘à la Richard Kiel oder goldene Frontverblendungen empfehlen würde, das wäre extrem stylish und auch ein bißchen furchterregend. Zum Spielbericht verweise ich auf Herrn Markus, ich habe beschlossen, zu Gunsten meines neuen Projekts „Work-Life-Balance“ das Zweitblog einzustellen.

Ansonsten ein eher kurzes Wochenende, aber lieber 25% von dem, was man will als 100% von etwas, was man nicht so will.
Wußten Sie schon, daß Kneipp-Kuren sehr erfrischend und auch gesund sein können? Ich geh dann mal kalt duschen für den Anfang.

karriere-springenderfisch

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Job. Noch nicht lange, aber es läuft gut. Der lässt Ihnen viel Freiheit im Job und vor Ort und auch variable Freizeitgestaltung, Sie haben keine Außentermine und keine Dienstreisen, können sogar bei Bedarf von zu Hause aus arbeiten. Geld so mittel. Also im Vergleich zu dem davor. Das ist aber ok.

Sie haben sich also gerade da ein bisschen eingearbeitet, da kommt der Chef. Mit dem ersten Satz lobt er Ihre Entwicklung, mit dem zweiten bietet er Ihnen einen anderen Job an.
Mehr Geld, mehr Arbeit, Dienstreisen, Außentermine, mehr Verantwortung, weniger Flexibilität, von zu Hause geht nicht mehr.

Dazu stellen Sie sich bitte neben einer koronaren Herzkrankheit, in der Freizeit ein Pferd, regelmäßige Visiten im hohen Norden noch sonstige Aktivitäten vor, die Sie da noch einbauen wollen.

Was tun? Inneren Schweinehund bekämpfen, der ein Auge auf einen neuen Geländewagen geworfen hat plus passendem Fautras-Pferdehänger sowie auf diverse Fernreisen und sich vergegenwärtigen, how nice it is, um 16.00 Uhr spätestens den Hammer fallen zu lassen und eine Stunde später mit dem Pferd über die Wiesen zu schippern? Oder auch mal erst um 11 mal eine Stunde arbeiten, dann diverse Dinge erledigen und später weitermachen und das von zu Hause aus?

Sie sehen, ich tendiere durchaus zu „weniger ist manchmal mehr“. Ich glaube, aus dem Alter, in dem ich in orgiastische Seelenzustände falle, weil auf meiner Visitenkarte das Wort „Manager“ steht, bin ich eindeutig raus. Ich drucke mir eine eigene:

JEKYLLA
Leisure Time Manager
-sometimes off duty-

Edit: aber wie ich aus der Nummer politisch und diplomatisch korrekt wieder rauskomme, daran muss ich noch arbeiten….

Der Tag besteht nur aus Passwörtern. Morgens schon. Laptop will -wenn nicht Ruhezustand- ein Passwort. Mailbox will ein Passwort. Twitter will ein Passwort. Blog will ein Passwort. Das ist noch leicht, weil Firefox ja so bequem speichert. Aber wehe, wenn das aus irgendeinem Grund verschwindet. Alle.
Für jeden Bestellservice dies- und jenseits des Rio Grande. Und noch einen Benutzernamen.

Büro. Rechner will ein Netzwerkpasswort, ein Outlook-Password, ein Internetpasswort, ein SAP-Passwort, ein Zeitkontopasswort, ein Reiseportalpasswort (da sind Sie dubai, Frau Larousse, n’est pas?). Das alles in Kombination mit einer Personalnummer und/oder einem Benutzernamen. Sechs- oder achtstellig. Mit oder ohne Zahlen und mit oder ohne Sonderzeichen.

Und was keine Wörter will, will Zahlen. Geheimzahl für die Scheckkarte, Geheimzahl für die Kreditkarte, Geheimzahl fürs Handy, Geheimzahl fürs Onlinebanking, Secure ID Zahl.

Wäre natürlich einfach, wenn man für alles nur eins hätte.
Aber damit rechnen die ja…… !!

DAS wäre natürlich auch eine Lösung.

Fernbedienungen. Unzählige Fernbedienungen. Überblicksverlust.
Auf der Suche nach der Fernbedienung für den VCR/DVD-Player, der seit seiner Anschaffung nicht in Betrieb war, weil ich Videos immer übers Laptop schaue, erst heute ein Scart-Kabel gekauft und festgestellt, dass er SOFORT nach Einschalten funktioniert hat, dabei ist mir aufgefallen, dass ich eine Menge Fernbedienungen habe. Nur nicht diese.

für die Anlage im Wohnzimmer -> check
für die Anlage im Schlafzimmer -> check
für den Fernseher im Wohnzimmer -> check
für den Fernseher im Schlafzimmer -> check
für das Küchenradio -> check
für die Changing Colors -> check
für die Lichtleiste -> check
für das Laptop -> check
für den Heizlüfter im Bad -> check
für das Pferd -> uncheck
für den Mann -> uncheck

Aber was ich noch viel mehr habe als Fernbedienungen, sind Passwörter und DAS wird immer schlimmer….

Stellen Sie sich vor, Sie wohnen in A (zuhause) und wollen nach B (Flughafen).
B liegt mit dem Auto 17 km entfernt, also eine knappe Viertelstunde. Hat aber keinen Parkplatz. Oder einen, der für zwei Tage so teuer ist, dass es für eine Freikarte in den Schuldenturm reicht.

Alternativ könnten Sie von A nach C oder D (beides S-Bahnhöfe, einmal Richtung Westen, einmal Richtung Osten, jeweils 7 km entfernt, D hat Parkmöglichkeiten gegen Cash, C gar keine) fahren, um von dort aus Richtung B (Süden) ca. 51 Minuten mit der S-Bahn zu fahren.

Oder Sie fahren nach B1 (ca. 5 km entfernt von B) und fahren mit dem Taxi für EUR 16,50, haben aber bei B1 einen kostenlosen Parkplatz. So früh fahren in B1 aber auch keine Taxen.
Von B1 nach B mit dem Bus geht nicht, fährt so früh keiner. B1 hat auch einen S-Bahnhof, aber keine Parkplätze. Nur Anwohner.
Zurück geht dann ein kostenloser Shuttlebus nach B1, dann ins Auto nach A.

Sie könnten auch von A nach B mit einem Shuttleservice. Pro Strecke (Sie müssen ja auch wieder zurück) EUR 24,00, aber keine Parkplatzsorgen und door-to-door und das in 15 Minuten.

Alternativ könnten Sie Muddi fragen, aber die ist in Urlaub. Wenn sonst kann man aber morgens um 05:15 Uhr als Ersatz-Shuttle bemühen? Richtig. Niemanden.

Da denke ich doch wehmütig an den bayrischen Lyriker Edmund Stoiber zurück und sein unvergessenes Werk „Wenn Sie vom Hauptbahnhof…“

Sie sind dran.

hufeisen

Langsam sorge ich mich, dass ich mein Glück überstrapaziere. Woran es liegt, habe ich aber rausgefunden: Hufeisen. Davon habe ich aus bekannten Gründen viele. Anders kann ich mir das auch nicht erklären. Letztens erst die Sache mit dem Handy und am Samstag…

Schwimmbad. Rhein-Main-Therme. Brille in das Klamottenschliessfach eingeschlossen, fünf Stunden lang mit nur kurzen Unterbrechungen probiert, wann Haut endgültig aufweicht. Erlebnisrutsche benutzt, Fahrstuhl wieder rauf vermisst. Irgendwann alles aus dem Schließfach gezerrt. Außer der Brille. Paar Minuten später: Brille weg. Zwei Kinder in Verdacht gehabt, dem nicht nachgegangen. Zu aufgelöst.
Der Abend war düster. Mit Sonnenbrille nach 21.00 Uhr in der Wohnung ist nicht erhellend. Mich schon morgen erst zum Augenarzt, dann zum Optiker hetzen sehen. Hunderte von Euronen running down the drain.

Sonntag morgen in der Therme angerufen. Sie konnten mir zwar sagen, dass eine Brille gefunden wurde, aber mehr nicht. Wollten sie nicht. Dürften sie nicht. Sollte selber kommen. Bißchen verärgert gewesen. Hingefahren. Tatsächlich. Meine Brille! Wahrscheinlich mit einigem Schwung mitsamt den anderen Sachen aus dem Fach gezerrt, Brille weggeschleudert. Oder so. Reinigungspersonal wurde fündig. Jedenfalls Brille wieder da. Spende für die Reinigungspersonalkaffeekasse. Erleichtert Sonnenbrille wieder aufgesetzt.

„It’s 106 miles to Chicago. We’ve got a full tank of gas, half a pack of cigarettes, it’s dark, and we’re wearing sunglasses“

Yes!

Ansonsten war Ostern super. Alle Eier gefunden. Beschlossen, sie wieder zu verstecken. Bis morgen hab ich sicher vergessen, wo.

Und weils passt:

gibt es, warum ich in meinem nächsten Leben auf jeden Fall kein Seestern sein möchte. Wenn nicht sogar mehr. Nicht mehr Seesterne. Mehr Gründe.

seestern

Hau`oli Lā Hānau to me dann also. Da war ich nämlich früher immer an meinem Geburtstag. In den Zeiten ante hippus. War schön. Steht auch wieder auf dem Plan. Nächstes Jahr.
Ansonsten fand ich Geburtstage schon immer irgendwie überflüssig. Meine. Aber man hat nun mal. Jedes Jahr. Es sei denn, es kommt was dazwischen. Und manchmal sind sie ja dann doch ganz schön irgendwie.

Aber ansonsten ist heute ein Tag wie jeder andere. Just another day in paradise. Meinem persönlichen. Das ist nämlich Geschenk genug.

Sie haben zumindest jetzt eine Rechtfertigung zu trinken. Sagen Sie, es sei wegen mir. Prost!

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