
Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Job. Noch nicht lange, aber es läuft gut. Der lässt Ihnen viel Freiheit im Job und vor Ort und auch variable Freizeitgestaltung, Sie haben keine Außentermine und keine Dienstreisen, können sogar bei Bedarf von zu Hause aus arbeiten. Geld so mittel. Also im Vergleich zu dem davor. Das ist aber ok.
Sie haben sich also gerade da ein bisschen eingearbeitet, da kommt der Chef. Mit dem ersten Satz lobt er Ihre Entwicklung, mit dem zweiten bietet er Ihnen einen anderen Job an.
Mehr Geld, mehr Arbeit, Dienstreisen, Außentermine, mehr Verantwortung, weniger Flexibilität, von zu Hause geht nicht mehr.
Dazu stellen Sie sich bitte neben einer koronaren Herzkrankheit, in der Freizeit ein Pferd, regelmäßige Visiten im hohen Norden noch sonstige Aktivitäten vor, die Sie da noch einbauen wollen.
Was tun? Inneren Schweinehund bekämpfen, der ein Auge auf einen neuen Geländewagen geworfen hat plus passendem Fautras-Pferdehänger sowie auf diverse Fernreisen und sich vergegenwärtigen, how nice it is, um 16.00 Uhr spätestens den Hammer fallen zu lassen und eine Stunde später mit dem Pferd über die Wiesen zu schippern? Oder auch mal erst um 11 mal eine Stunde arbeiten, dann diverse Dinge erledigen und später weitermachen und das von zu Hause aus?
Sie sehen, ich tendiere durchaus zu „weniger ist manchmal mehr“. Ich glaube, aus dem Alter, in dem ich in orgiastische Seelenzustände falle, weil auf meiner Visitenkarte das Wort „Manager“ steht, bin ich eindeutig raus. Ich drucke mir eine eigene:
JEKYLLA
Leisure Time Manager
-sometimes off duty-
Edit: aber wie ich aus der Nummer politisch und diplomatisch korrekt wieder rauskomme, daran muss ich noch arbeiten….