Ich erzählte kürzlich vom neuen Domizil des befellten Herrn und was für ein Pferdeparadies seine neue Wohnung sei. Das ist auch korrekt, allerdings führte der feudalimperialistische Führungsstil der Besitzerin in relativer Kürze zur Auflösung des Einstellverhältnisses. Mittlerweile habe ich darüberhinaus auch Geschichten von Leuten gehört, die vor nicht allzu langer Zeit das gleiche „Schicksal“ mit ihr ereilt hat, aber erstmal von vorne:
Ausschlaggebender Grund für die kommentarlose handschriftliche Kündigung auf einem Notizzettel der Firma ihres Mannes: es werden auf der Homepage Leistungen als im Preis inbegriffen angepriesen und dann als Einstellereigenleistung verlangt. Die Homepage dementsprechend flugs zu ändern und zu behaupten, das habe nie da gestanden in der Hoffnung oder der Annahme, dass der Einsteller es nicht merkt, ist eher ungeschickt. Ungeschickt vom Einsteller ist dann aber auch, zu bemerken, dass er sich einen Ausdruck gemacht hat von der Website im Ursprungszustand. Recht haben hieß in diesem Fall eben nicht Recht behalten, obwohl ich durchaus bereit war, die Leistung selbst zu erbringen, es sollte nur dazu dienen zu erklären, warum ich es bisher eben NICHT gemacht hatte. Das spielte aber in der Gedankenwelt der Reitstallbesitzerin keine Rolle mehr: fristgerechte Kündigung am nächsten Tag im Spind, ein persönliches Gespräch wurde von ihr komplett verweigert.
Auch der von ihr vermittelten Reitbeteiligung (ein Pferdemädel), die so glücklich war mit „ihrem“ neuen Pferd, begegnete sie am Samstag darauf, als gäbe es keine Neuigkeiten. Das Mädchen habe ich gestern informiert, sie hat bitterlich geweint und hofft, dass er nicht so weit weg zieht, damit sie weiterhin kommen kann. Die menschliche Enttäuschung sitzt auch bei ihr ziemlich tief aufgrund einer persönlichen Bekanntschaft der „Dame“ mit der Familie des Mädchens. Betrüblich, dass ich ihr nicht sagen konnte, dass das nicht noch öfter in ihrem Leben passieren wird.
Ok, gestern also geschwankt zwischen Unglauben, Entsetzen, Enttäuschund und Zorn -Ausführung widderesk- und heute bereits einen Termin woanders, denn dass wir dort nicht einen Tag länger als nötig bleiben werden, dürfte klar sein. Wenn es nach mir ginge, wäre ich schon heute ausgezogen.
So, und was hat Frau Jekylla daraus gelernt? Zum ersten, dass man gar nicht alt genug werden kann, um nicht immer noch menschlich enttäuscht zu werden und sich komplett in jemandem zu täuschen und die zweite Erkenntnis: es gibt -was mich betrifft- nicht annähernd genug Geld, um Charakterfehler überdecken zu können. Schon gar nicht auf Dauer.
Zum Dritten: dass es schön ist, wenn man mit jemand drüber sprechen kann, wenn man gerade auf 180 in Kurvenlage im Haarnadelbereich schraddelt und der einen wieder auf Normalmaß abkühlen kann. Schnellschüsse aus der Hüfte sind ja auch nicht das Mittel der Wahl, etwas besonnenere Vorgehensweise allemal vorzuziehen.
So steht also hoffentlich in Kürze ein Umzug an, es tut mir nur leid für das Pferd, das sich sehr gut eingelebt hatte. Aber selbst ein Gespräch hätte da nichts mehr retten können, nach dieser Aktion wäre ein weiteres Verbleiben nichts anderes als „Walking on thin ice“ gewesen und von Wohlfühlen ohnehin keine Rede mehr. Also ab dafür.
Danke auch den besorgten „Tweeps“ von gestern abend, auch das hat geholfen.. ehrlich.
Edit 28.07.2009: mittlerweile eine Zusage, aber noch ein Besichtigungstermin offen, der auch interessant klingt. Auf jeden Fall ist gewährleistet, dass wir aus dem Dunstkreis der grenzwertig psychisch stabilen Dame entkommen können asap.
Edit: es ist entschieden, der zweite Termin hat das Rennen gemacht. Zwar nicht mehr so „luxuriös“, aber insgesamt die bessere Lösung. Und was gibt der Klepper auf Luxus? Nüscht.