stand im Zeichen einer Mördererkältung und einer Menge Hühnersuppe, einem Pferd, das noch nicht ganz begriffen hat, dass La Dolce Vita aka Sommerpause jetzt endgültig vorbei ist, einem Besuch der Frankfurter Buchmesse zur Präsentation des Jahrhundertbuchs meines Herzensvereins, ein gemütlicher Kaffeeplausch mit der reizenden Frau @emju und Pizza und Coke mit @forzasanktpauli.

Was das Treffen mit Frau emju angeht, das war eine ganz spontane Geschichte, die sich erst heute morgen entwickelt hat. „Wer ist heute auf der Buchmesse?“ „Ich.“ und anschliessender Telefonnummernaustausch zwecks Treffpunktverienbarung war eins. Und ich muss meinem ersten Eindruck wieder mal Recht geben, das Einstiegsfremdeln blieb völlig aus und wie immer bei angeregten Gesprächen verging die Zeit sehr schnell. Twitter. Interessante Menschen dort treffen und lohnende Begegnungen „in echt“.

auf vielfachen Wunsch einzelner Damen und Herren wird es ihn wieder geben, den

LAZY FRIDAY AFTERNOON

Sie fragen sich, was das ist? Sie waren noch nie dabei?

Dann schauen Sie mal hier. Und hier. Und auch hier, nach unten scrollen.

Vorzugsweise, schon um dem Namen zu entsprechen, findet das an einem Freitag in einem Blog statt. Diesmal wieder bei mir. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten, ob und was es zu gewinnen gibt, entscheide ich dann noch.  Sie gewinnen auf jeden Fall eine Menge Spaß, es gibt Cocktails (der Herr @fischblog bringt Mojitos!) und aufgrund der früheren Erfahrungen großartige Gesellschaft.

Da das wieder eine Mottoparty werden soll, bitte ich um Vorschläge.
Die alten waren zum Beispiel:

Jeux, Jartelles et Jampagne
Movies, Mädchen, Margaritas
Chicks, Champagne und Cha Cha Cha

Es gab meiner Erinnerung nach schon acht LFAs. Korrigieren Sie mich, wenn erforderlich.

Ich denke an einen Veranstaltungstermin Anfang Dezember. Zum Beispiel den

04.12.2009

Checken Sie doch schon mal Ihre Filofaxe, Post-Its, Wandkalender, Brain Memories und Urlaubspläne. Werde zu gegebener Zeit eine Erinnerung bloggen, um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Bin übrigens auch für blogtaugliche Rätselvorschläge empfänglich, per elektronischer Briefpost bitte!

… den Keller zu Gunsten von Iiihbeeeh aufräumen. Da liegen Millionen von Euronen. Geht Ihnen sicher auch so. Es gibt nur ein Problem: das Ganze ordentlich herrichten und tiefenscharf fotografieren, dann alles Stück für Stück einstellen, die Auktionen abwickeln, die Zahlungseingänge überwachen, die Pakete fertigmachen. Das klingt schon beim Schreiben stressig. Ich weiß ja wirklich nicht…

twitter-tot

Nun gehöre ich nicht zu den A-Twittern mit fünfstelligen Followerzahlen, auch nicht zu den B-Twitterern mit den vierstelligen Followerzahlen, ich werde nie gefaved und in twitkrit besprochen – also ich bin eher der V-Twitterer. V wie verzichtbar.

Dementsprechend geht mir dieser Psychostress mit einer trotz weniger Verfolgten noch relativ kleinen Timeline auf die Nerven.
Man liest von allem ein bißchen, von nichts was genaues. Oberflächliches Nachlesen, hier mal ein Klick, da mal ein Klick. Und natürlich gibt es superinteressante Twitterer und natürlich könnten man Tausenden folgen. Man kann es aber auch lassen. Und nur denen folgen, die wirklich außerordentlich gut sind und die man einfach lesen möchte, weil sie einem gut tun und dann die, die man vielleicht schon persönlich kennt, mit denen man kommuniziert, die man einfach bei sich haben will. Trotz räumlicher Entfernung an ihrem Leben mehr als nur ein Telefonat oder einen kurzen Mailwechsel füllend ab und zu interessiert ist.

Als „Werbeplattform“ für die Blogs brauche ich Twitter auch nicht. Wer bei mir liest, tut das schon länger und schaut immer mal rein (oder auch nicht), neue Leser bringt das nicht, muss es auch nicht. Diese automatische „New Blogpost“-Funktion ist aber ganz praktisch. Man spart sich das umsonst Schauen. Wenn man twittert.

Irgendwie wird mir gerade wieder so folkloristisch. Die Blogzeiten waren … haltbarer. Ich kann mich heute noch an diverse Blogartikel aus längst vergangenen Zeiten erinnern, aber fragen Sie mich nicht nach einem Tweet von gestern. Doch, einer fällt mir gerade ein, von @rrho – sogar gefaved hab ich den. Als einen von wenigen. Ganz in den Anfängen.

Schön, daß sich das Kind schon in diesem zumindest sprachlich weitgehend vordiskursiven Alter mit Foucault beschäftigt. Schade um das Buch.

Selbst das Faven macht nicht richtig Spaß, weil entweder ich kann bei einem User wie @Vergraemer oder @haekelschwein oder @peterbreuer 99 von 100 Tweets faven, dann ist es aber auch nichts mehr Besonderes oder ich brauche schon wieder viel zu lange, um zu entscheiden, wenn ich gefiltert faven will. Und dann galoppiert mir vor lauter Überlegen wieder die Timeline davon. Dilemma. Und diese ganzen vielen Leben zu verfolgen verkürzt meins. Und ich hab nur das eine. Und spüre mich gerade wie wild durchhetzen. Ungesund. Und universaldilettantischtwitteristisch.

Darum habe ich beschlossen, meine Timeline auf ein für mich erlebbares Maß zu beschränken. Dem werden viele zum Opfer fallen, die meisten werden es nicht mal merken, die wenigsten wird es wirklich interessieren und sehr Vereinzelte nehmen es vielleicht persönlich. Ist es nicht. Das heisst nicht, dass sie uninteressant sind oder nicht lesenswert, ich hab einfach nur zwei Augen und ein Hirn und der Tag inklusive Nacht nur 24 Stunden und ich kann insbesondere den dann nicht mehr Verfolgten nicht die Aufmerksamkeit widmen, die ihnen im Grunde ja zusteht. Und nur so tun als ob, ist auch nur .. halbgeil.

Den dementsprechenden Followerschwund werde ich heroisch ertragen, ich verstehe es ja. Da ich aber auch in keine Charts einziehen wollte oder mich die Angst quält, aus welchen rauszufliegen, ist das alles sekundär. Ich will wieder mehr bloggen. Ganz altmodisch und rückständig. Und wieder mehr Blogs lesen. Und Zeit genießen. Nicht vorbeifliegen sehen.

Für den 140-Zeichen-Junkie war das jetzt zum Beispiel schon alles wieder zu langweilig. Oder? Naja. Egal.
Das Schöne ist ja, dass ich mich auf die Verfolgten (wie das immer klingt!) ja auch verlassen kann. Ich werde nichts für mich Interessantes verpassen, sie retweeten es sicher. Oder haben Links dazu. Auch sehr angenehm und bequem, ich lasse quasi von berufenen Twitterern vorsortieren. Praktisch, das.

Das Interessante aber ist, dass dieses Posting wahrscheinlich nur die lesen, die es ohnehin gelesen hätten und die ich auch weiterverfolge und die gar keine Erklärung brauchen. Ich müsste mich schon sehr täuschen, wenn hier viele aufschlagen würden, die aus meiner Timeline verschwinden. Denn so weit geht das Interesse beim Gros eben nicht. Und damit wäre ich ja dann auch in meiner Einschätzung bestätigt. Verstehen Sie, was ich meine? Die, die mein Getwittere vorher nur halbinteressiert verfolgt haben, haben an Blogpostings wahrscheinlich weniger Spaß. Ist nicht so … konsumfreundlich.

Also wird es so enden, dass bis auf ganz wenige Ausnahmen (vom @Vergraemer, von @peterbreuer und vom @Haekelschwein kann ich aus unterhaltungstechnischen Gründen einfach nicht lassen) die Verfolgten mir folgen. Im eher kleineren Kreis. Twitter ist super, informativ, unterhaltsam, rasant, immer vorne dabei – keine Frage.
Aber ich hätte mal gerne wieder einen LFA. Und ich kriege eine Blogkochshow. Wissen Sie was? Das war der Auslöser. Für das hier. Morgen ist Entfollow-Wednesday.

Gestern abend ruft bester Freund von allen ganz aufgelöst an. In der Nähe der Wiesbadener Fußgängerzone seien ihm (er hatte eine Tüte Zeugs dabei) vier Jugendliche mit Migrationshintergrund im Alter von geschätzt 15 Jahren auf dem Bürgersteig entgegengekommen. Eigentlich sei genug Platz gewesen, aber als sie ihn sahen, hätten sie sich soweit aufgefächert, dass er keine Chance mehr hatte, an ihnen vorbeizukommen. Er also mitten durch. Einer der Typen, der einen Karton trug, liess den fallen und rief „Hey, Du Sack, da war Handy drin, Du mir geben 100 Euro. Jetzt.“ Und schwupps, sei er umzingelt gewesen. Ihm sei spontan der Schweiß ausgebrochen, aber er sei nach nach außen ruhig geblieben, konstatierte nur, dass er keine 100 Euro geben würde, er sei lediglich durchgegangen, nachdem sie ihm den Weg versperrt hätten. Der Ton wurde wohl unangenehmer, immer noch „Du mir gebe 100 Euro JETZT oder willst Du aufs Maul?“

Das sei der Moment gewesen, als ihm dämmerte, dass er aus der Nummer eventuell nicht unbeschädigt rauskommen würde und er entschied auf Gegenangriff. Liess seine Plastiktüte fallen, stellte sich in Positur und sagte: „Dann fang an.“ Zu Gute kommt dem besten Freund von allen eine äußerst kompakte Statur, bei einer Größe von 1,89 und einem Kampfgewicht von 98 Kilo kommt dann noch der böseste Gesichtsausdruck von allen dazu. Das Gesamtpaket hat die vier Buben wohl verunsichert. So wie ich ihn kenne, hat er auch besorgniserregend wütend ausgesehen, das kann schon gewirkt haben. Die vier drehten unter wüsten Beschimpfungen im Stil von „Deutsche Sau“ ab. Das Ganze spielte sich -wie üblich- unter den Augen von etlichen Passanten ab und wie üblich kam keiner zu Hilfe.

Der beste Freund von allen ist alles andere als ein Mädchen, aber er gab gestern unumwunden zu, dass er Angst hatte. Angesichts der Vorfälle der letzten Zeit kein Wunder. Und wenn es einen dann selbst betrifft, beängstigend. Er hatte Glück, dass diese vier (noch) nicht die Gewaltbereitschaft erreicht haben, die das hätte eskalieren lassen, aber er ist sich der Tatsache bewusst, dass er gegen die vier zusammen, wenn sie denn Ernst gemacht hätten, keine Chance gehabt hätte.

Sein Fazit: nicht mehr unbewaffnet in die Innenstadt.

Gestern Pferd geschoren. Für die pferdetechnisch nicht so bewanderten Leser unter Ihnen: wenn man ein Pferd im Winter mit dickem Winterfell reitet und richtig arbeitet, kann es passieren, dass das Pferd dermaßen schwitzt, dass man Stunden braucht, um es wieder trocken zu bekommen. Da sonst Erkältung droht. Abhilfe schafft eine Schur, danach eine Decke drauf, wenn das Pferd weiter Ausgang haben soll und damit ist das Ding eigentlich für alle Beteiligten durch.

Nicht bedacht habe ich, dass er bisher nie ein Paddock vor der Box hatte (quasi einen kleinen Garten als Auslauf), das er jetzt begeistert nutzt. Bei jedem Wetter. Nun stand er da mit seiner Decke, genoß offenbar den Aha-Effekt „ich bin draußen-es-regnet-und-ich-werde-trotzdem-nicht-nass-wie-geil-ist-das-denn? und weichte so langsam vor sich hin. Nicht regendicht.

Gegen 18.00 Uhr erhielt ich einen Anruf von einem Stallkollegen, der das beobachtet hatte und mich informierte, dass die Decke „durch“ sei. Also wieder hin, Pferd umgedeckt mit trockenem Exemplar, Tür nach draußen zu. Zu seinem Entsetzen.

Nach langer Suche heute morgen eine andere gefunden, per Testlauf zwei Eimer Wasser drüber gekippt, machte einen soliden Eindruck. Nun steht er da, wahrscheinlich gießt es da wie hier, und er wieder draußen und der Deckentest läuft. Werde das nachher inspizieren, bin froher Hoffnung.

Update: Deckentest bisher erfolgreich. Traue dem Zwischenergebnis aber noch nicht ganz.

Das ist keine bezahlte Werbung, sondern eine aus Überzeugung.

Vor knapp 1,5 Jahren habe ich bei Medion (direkt im Internet, nicht bei AL*I) ein Laptop gekauft. Genialer Preis für die Leistung.

Natürlich hofft man, keinen Garantiefall zu haben, aber wenn, dann zeigt sich meist dort, wie es wirklich mit dem Dienstleister aussieht. Die bereits erwähnten Überhitzungs- und Ausschalt-Phasen meines Laptops bei Medion telefonisch gemeldet, einen Tag später erhielt ich per Post einen vorbereiteten Paketaufkleber. Ins Paket das Laptop, der Akku und das Netzteil, eine kurze Beschreibung des Fehlers. Dazu hatte ich noch angefragt, ob man vielleicht die Tastatur ersetzen könnte, weil einige der vielverwendeten Buchstaben erhebliche Abriebspuren hatten. Ich ging davon aus, dass das wahrscheinlich berechnet werden würde. Außerdem bat ich um Datensicherung, falls es erforderlich sein würde, den Rechner komplett zu plätten. Das war vor 10 Tagen. Rechner eingetütet, ab zu Medion, Porto zahlt Empfänger.

Gestern kam er zurück. Beschädigtes bzw. fehlerhaftes elektronisches Modul ausgetauscht, darüberhinaus kulanterweise die Tastatur und für meine Daten gabs eine Sicherung. Sicherheitshalber.

Mit anderen Worten: für einen wirklichen Superpreis (EUR 549,–) gab es nicht nur ein super Laptop, sondern auch sehr bemerkenswerten Kundendienst. Man ist ja immer schnell dabei sich zu beschweren, wenn etwas gut ist, nimmt man das ja oft einfach nur anerkennend zur Kenntnis. Was schade ist.

Drum an dieser Stelle: danke für den Kundendienst und was bin ich so froh, dass ich mein Laptop wiederhabe :-)

… aber laber mich nicht bewusstlos!

genervt

Kennen Sie das? Menschen, die Ihnen etwas erzählen wollen und das ganze hochdramatisch gestalten durch endlose Pausen zwischen den Sätzen? Durch diese Fragehülsen wie „Und rate mal, was er gesagt hat?“ das Leiden bis zu meiner absoluten Schmerzgrenze noch verlängern?

Allein meiner Erziehung haben es diese Hardcore-Erzähler zu verdanken, dass ich sie nicht nach jedem Satz mit einem „weiter, weiter“ versuche, im Erzählfluß zu beschleunigen. Und dadurch, dass ich mich so beherrschen muss, geht meine Konzentration auf die Inhalte, die man mir vermitteln will, fast komplett flöten. Also eine völlig kontraproduktive Taktik, um mir etwas näher zu bringen. Ich neige sogar dazu zu sagen, dass mich das aggressiv macht. Ganz schlimm wird es, wenn ich eigentlich schon im Gehen begriffen bin und quasi auf dem Sprung in so ein waberndes Erzählnetz gerate. Das sind so Momente, da danke ich meinen Eltern und der Academy, dass ich ein eher nicht gewalttätiger Mensch bin, der seine Aggressionen im Griff hat. Aber es ist so verdammt schwer manchmal…

Ich bin gerne und oft dort. Und gehe gern im Stadtteil spazieren. Aber eine Ecke gibt es, die meide ich, wenn ich sie meiden kann.

Im Zuge der Errichtung des -um es vorsichtig auszudrücken- baulich absolut stadtteilkonträren „Empire Riverside“ Hotels entstand auch eine neue Wohnanlage zwischen Bernhard-Nocht-Strasse und Hopfenstrasse.

StPauli01

Die Wohnungen mögen innendrin ja sehr schick sein, es gibt auch welche mit Dachterrassen, natülich nur zu horrenden Mitpreisen. Aber dabei haben die „Umgebungsarchitekten“ einige wichtige Dinge vergessen, die den Wohlfühlcharakter einer Wohnanlage ausmachen. Stichwort: grün. Rund um die Wohnanlage gibt es nichts Blühendes, nichts Grünes. Abgesehen von den Anpflanzungen vor einigen Wohnungen, die quasi in einem Kessel liegen, einem Durchgangsweg vom Bäcker/AL*I zur Davidstrasse.
Dort hat man versucht, sehr widerstandsfähige Koniferen als Grünschmuck anzusiedeln. Da es in diesem Durchgang allerdings selbst an strahlend schönen Sonnentagen dunkel bleibt und dazu der Wind wie Hechtsuppe durch den Windkanal zieht, sind selbst diese Koniferen zum Sterben verdammt. Was man auch sieht. Auf den kleinen Balkonen will auch im Sommer niemand sitzen und morgens um 11 Uhr muss man in den Küchen Licht anmachen. Das reine Wohlfühlgefühl. In diesen Wohnungen möchte ich nicht mal für Geld wohnen.

Allein das Passieren des Durchgangs macht mich an einem sonnigen Sonntagmorgen depressiv, da möchte ich mir nicht mal ausmalen, wie ich mich fühlen würde, wenn ich dort wohnte. Es gibt nirgendwo einen Platz zum Sitzen, warum auch, da will eh niemand sitzen bei dem Wind und im Schatten. Vom Style her passt der Wohnklotz prima zum Riverside und mir würde nichts fehlen, wenn ein überdimensionaler Bagger das ganze Eck aushöbe und einfach in die HafenCity umsetzen würde, da passt das nämlich hin. Und würde den Stadtteil nicht verschandeln.

Mein persönlicher Favorit ist allerdings der integrierte Kinderspielplatz. Da hätten wir diese futuristisch gestaltete Wippe, auf der ich noch nie ein Kind habe wippen sehen. Geschweige denn zwei.

StPauli02

Diese Alibi-Wippe ist eine weitere optische Depression und mittlerweile ohnehin von Glasscherben umringt, das letzte Fundstück, ein schwarzer Slip, deutet zumindest daraufhin, dass wenn schon nicht dort gewippt wird….
Das wars dann auch schon, das war der Kinderspielplatz. Ich bezweifle aber, dass in dieser Wohnanlage Familien mit Kindern wohnen, die Mietpreise sind eher familienunfreundlich. Passend zur Wohnanlage.

Zu dem Neubau-Eck gehört auch ein Lokal, also eher Sushi- und Cocktailbar, das „Copper House“, das sich selbst Businessrestaurant nennt, aus dem der geneigte Gast, im Luxus schwelgend, das bunte Treiben auf der Davidstrasse begutachten kann. Wie im Zoo, wo man durch eine Glasscheibe die Tiere betrachtet, so schauen die Gäste durch die Glasscheibe nach draussen.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen die Dokumentation „Empire St. Pauli-von Perlenketten und Platzverweisen“ wärmstens empfehlen, am besten schauen Sie sich das, wenn Sie können, in dem Kino in der Brigittenstraße an, hier ein Trailer mit Ausschnitten.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dort alles verschwindet, was den Stadtteil St. Pauli nicht zuletzt so attraktiv für Hunderttausende Touristen im Jahr macht, sondern in erster Linie so lebens- und liebenswert für die Anwohner. Die Gentrifizierung schreitet voran. In großen Schritten.

Und weil ich, wenn ich von einer Reise zurückkehre, ohne irgendwelche Überraschungen nicht leben könnte, ist es diesmal eine in der Küche.
Wenn man die Spülmaschine oder die Spüle betätigt, bildet sich die Mecklenburgische Seenplatte direkt vor Ort. Da ich schon immer mal alle meine Handtücher waschen wollte, war das DIE Gelegenheit. Das hat nichts mit der erst kürzlich erfolgten Renovierung des Bades zu tun, das ist immer noch alles schön. So schön, dass das Badezimmer mein liebster Raum ist. Nein, es sind die restlichen drei Meter Zu- bzw. Ablauf, die nach alter „Do-it-yourself“-Manier für billig verlegt worden sind. Raten Sie mal. Ohne Gefälle. Was aber nicht zur Neuverlegung führt, weil diese Rohre weniger beansprucht werden und wahrscheinlich erst wieder zugesetzt sind, wenn ich keine Ablaufrohre mehr brauche. Aber nun eben jetzt.

Da der Herr Installateur und ich mittlerweile auf Du und Du sind, ist das problemlos, er hat einen Schlüssel und während der Maßnahme bin ich im Büro. Und zahlen muss das der Vermieter. Sehen Sie, das ist wieder so ein Grund, von einer Eigentumswohnung die Finger zu lassen. Zur Miete wohnen: anrufen bei der Hausverwaltung, das kaputt, bitte machen, Rechnung jemand anders. Wenn ich sehe, was an diesem Altbau noch alles so ansteht in nächster Zukunft, möchte ich hier nicht Eigentümer mit Beteiligung sein. Irgendwie ist die Wohnung aber auch das Abenteuerland. Die Mäuse, das Bad, jetzt die Küche. Es war doch noch was? Hab ich jetzt vergessen. Egal. Ich geh jetzt. Eh die kommen.

« Vorige SeiteNächste Seite »