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Kein schöner Tag

9. Januar 2009

war das gestern.

Vielleicht erinnern Sie sich an die Geschichte von Stefanie F., der Frau mit dem alten Pferd?
Gestern war es wieder soweit. Gegen 08.00 Uhr morgens lag er wieder in der Box und konnte nicht mehr aufstehen. Das gleiche Drama wie letztes Mal, nur noch viel länger und diesmal ohne Galgenfrist.

Um 19.00 Uhr -nachdem am frühen Nachmittag der Tierarzt wieder weggeschickt wurde, wohl in der Hoffnung, dass das Tier es doch wieder alleine schafft, auf die Beine zu kommen- hatte sie ein Einsehen. Nach fast 12 Stunden, in denen sie ständig noch versuchte, das Pferd am Strick hochzuziehen, er immer wieder umfiel, an die Wand schlug und zum Schluß völlig entkräftet gar nichts mehr konnte, wurde er von der Tierärztin dann endlich erlöst.

Statt kontrolliert, ruhig und geplant ihn vielleicht draußen an einem schönen Tag, unter freiem Himmel, einzuschläfern, liess sie ihn sich noch ewig quälen und eins kann ich Ihnen sagen: mit einem Traktor ein totes Großpferd aus der schmalen Boxentür zu ziehen, ist nichts für schwache Nerven. Das war alles so unwürdig, so … egoistisch und dumm.

Bezeichnend war, dass kein Einsteller bei ihr war, um sie zu trösten, obwohl gestern Betrieb war im Stall. Für das Pferd hätte jeder was getan, aber da gab es nichts mehr zu tun. Niemand hat Verständnis für sie, niemand hat Mitleid für sie. Nur Wut und Fassungslosigkeit.

Jetzt hat er es hinter sich. Ich werde ihn vermissen. Aber es ist gut für ihn, der kein schönes Pferdeleben mehr hatte, mit ständigen Schmerzen, nur noch in der Box stehen. Aber meine Faust will immer noch in ihr Gesicht.

20 Kommentare leave one →
  1. 9. Januar 2009 10:20:26

    !!! Wie ich Sie verstehe, Madame – ich bewundere Ihre Selbstkontrolle. Der Gute ist jetzt erlöst, schwacher Trost, nach all dem unwürdigen Kämpfen. Die Frau hätte vom Traktor gleich mitensorgt werden sollen. Unfälle geschehen, nicht wahr…?

  2. 9. Januar 2009 10:23:38

    Auch wenn ich mich unbeliebt mache…
    Kann es sein, dass die Frau Ihr Pferd so gemocht hat, dass sie es einfach nicht gehen lassen wollte?
    Das letze mal ist er doch wieder auf die Beine gekommen? Warum soll er er es diesmal nicht schaffen und gesund werden, why not? Als unbeteiligter würde ich auch sagen, erlösen ist besser als quälen, aber wer weiss das die Frau im innern so fühlt? Liebe macht blind, vielleicht auch wenn es Liebe für ein Pferd ist?
    Vielleicht ist das eine Erklärung für das herzlose Handeln.

  3. 9. Januar 2009 10:23:48

    Das Schlimme ist: sie hat noch zwei….
    Fortsetzung folgt.😦

  4. 9. Januar 2009 10:25:44

    Ich hab übersehen, dass es die Tierquälerin war. Vergessen Sie meinen Beitrag und suchen sie mal den Baseballschläger.

  5. 9. Januar 2009 10:26:06

    NEIN! Was ich nicht verstehe: lässt sich da GAR NICHTS machen?? Nul Konsequenz, Strafe, wasweissich? Erschreckend!

  6. 9. Januar 2009 10:27:02

    Herr Multe, das ist eine Erklärung, aber für mich ist das falsch verstandene Liebe und eher Egoismus. Ihn nicht gehen lassen zu wollen, obwohl es für alle -auch sämtliche behandelnden Tierärzte- ersichtlich war.
    Er ist seit über einem Jahr nicht mehr gesund gewesen, sein Tag bestand aus Schmerz und Langeweile, die einzige Abwechslung waren dann die Momente, in denen er in Panik darum kämpfte, wieder auf die Beine zu kommen. In den letzten Wochen nach Auskunft des Stallburschen fast täglich zwei Stunden. Das ist Quälerei und da habe ich kein Verständnis. Zero.

    Sie machen sich nicht unbeliebt, Sie haben eine Meinung.

  7. 9. Januar 2009 10:33:25

    Naja, wenn mehrere Leute unter anderem auch ein Tierarzt das mehrfach gesagt haben, dann würde ich allein aus Respekt und Liebe zu meinem Tier die Erlösung wählen. Manchmal will man garnicht wissen was in anderen Leuten so vorgeht.

  8. 9. Januar 2009 10:49:34

    Eben. Und nicht nur ein Tierarzt. Sie hat ja immer wieder einen anderen bestellt, wenn der vorige sich für die Tötung ausgeprochen hat. Das wollte sie nicht hören. Es gab ja einige Tierärzte, die gar nicht mehr kommen wollten deswegen.

    Nein, manchmal will man das nicht wissen.

  9. 9. Januar 2009 10:55:19

    Ein Ende mit Schrecken .. aber wenigstens ist es überstanden. Für ihn.

  10. 9. Januar 2009 11:06:16

    Ich hatte auf so einen ähnlichen Beitrag gewartet aber irgendwie hatte ich gehofft, das es anders kommen würde. Der arme Kerl nicht mal ein würdiges Ende wurde ihm vergönnt.
    Wenn Sie eine zweite Faust brauchen komme ich gerne vorbei…

    Ich hoffe nur für die anderen beiden Tiere wird es irgendwie besser!

  11. 9. Januar 2009 11:12:15

    Herr swiss, ja. Für ihn.

    Frau tinkerbells, wird es nicht. Warum auch, an Einsicht hat sie bis zuletzt nicht gewonnen.

  12. 9. Januar 2009 11:13:39

    Völlig egal ob falsch verstandene Tierliebe oder nicht. In erster Linie sind das Lebewesen um die sie sich zu kümmern hat.

    Ich schicke Ihnen meinen Baseballschläger…

  13. 9. Januar 2009 11:30:03

    Madame, da lässt sich nichts machen. Jedenfalls nichts Legales. Auch den betreuenden Tierärzten ist die Untätigkeit nicht leichtgefallen (wenn so manch ein Tierarzt sich schon mal entschließt, nicht weiter verdienen zu wollen an einem Patienten, kann man in etwa ermessen, wie schlimm es ist). Man hat keine Handhabe. So lange das Pferd gut untergebracht ist, gepflegt und gut ernährt ist, macht kein Tierschutzverein und kein Amtstierarzt irgendwas. Der Besitzer ist Gott.

    Herr spontiv, so ist es. Alu, bitte.

  14. 9. Januar 2009 11:52:44

    Tsja, das Einzige was ihr alle im Betrieb noch tun könnt, Ihr alle ins Gesicht zu sagen, wie entwürdigend und tierquälend Ihr das findet, was sie da getan hat. Beim Zehnten kapiert sie es vielleicht doch mal.

    Und ihr das in jedem Gespräch in den nächsten drei Monaten auf’s verbale Brot schmieren.

  15. 9. Januar 2009 13:25:30

    Nimm meine Faust gleich mit in ihr Gesicht! (falls Du Dich doch noch entschliessen solltest..)

    @Mme Creezy – Ich glaube nicht, dass dies bei solchen Menschen hilft. Entweder, man hat ein Gespür für andere Lebewesen oder eben nicht. So traurig, wie das auch ist…..

    @Multe – „Manchmal will man garnicht wissen was in anderen Leuten so vorgeht.“ – Richtig. Andererseits kann da nicht viel vorgehen. Hohl. Herz und Hirn.

  16. 9. Januar 2009 14:41:04

    …mit einem Traktor ein totes Großpferd aus der schmalen Boxentür zu ziehen, ist nichts für schwache Nerven.

    Unfassbar. Kann Ihre Wut sehr gut nachvollziehen. Das arme Pferd. Endlich erlöst. Kann die herzlose Halterin nicht mit dem gleichen Traktor versehentlich durch die Anlage geschleppt werden?

  17. 9. Januar 2009 14:59:16

    OFFTOPIC – sorry Madame, ich muss Ihr götliches Blog benutzen, um einen New-Gravatar-Test zu starten. Larousse never gives up…!

  18. 9. Januar 2009 17:04:01

    Man soll ja bekanntlich die Hoffnung als letztes Aufgeben. Aber bei einigen Leuten hilft leider auch das nicht mehr. Eben nur noch die Faust… oder alternative der vorgeschlagene Traktor. Das würd ich gerne sehen.

  19. 9. Januar 2009 21:14:22

    Frau creezy, es redet schon lang niemand mehr mit ihr. Das ist sinnlos. Genauer gesagt habe ich noch nie einen so beratungs-, einsichts- und erkenntnisresistenten Menschen getroffen, der die Augen komplett vor der Realität verschliesst und dabei noch echt unverschämt wird. Das ist ein … gesundheitliches Problem und gehört behandelt. MM.

    Frau Vee, wie gesagt, ich halte das schon für krankhaft. Sie lebt in einer vollkommen eigenen Welt. Das ist sehr gruselig. Leider sind die Tiere in dieser Welt Gefangene.

    Frau Larousse#1, es ist vollbracht!

    Frau tinkerbells, ich auch.

  20. 9. Januar 2009 21:22:43

    Herr Markus, ich sehe, Sie teilen die Traktorphantasien mit uns. Das war ein bitterer Anblick. Pragmatisch gesehen ging es ja nicht anders, aber das hätte man sich eben auch sparen können mit anderer Vorgehensweise.

    Ich neige wirklich nicht zu körperlicher Gewalt, aber bei dieser Frau wäre ich zu Ausnahmeregelungen manchmal doch fast bereit. Aber nur fast. Es bringt ja nichts. Außer, dass es mir für einen Moment besser ginge. *argh*

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