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Prinzipien…reiter

22. Januar 2009

Hatte gerade ein extrem lukratives Jobangebot im Nebenberuf „Pressearbeit“. Gigantisches Honorar. Spesen. Ausland. Sechs Tage. Und habe es abgelehnt. Aus Prinzip. Weil der Gegenstand der Berichterstattung komplett mit meiner Meinung darüber kollidiert. Deswegen ist das ja auch nur ein Nebenberuf, hauptberuflich würde ich damit verhungern, weil ich nicht schreiben kann, was ich nicht auch denke. Also Dinge schönschreiben, wenn sie in Wahrheit schlecht sind. Grottenschlecht. Nur weil der Besteller gewissen „Content“ erwartet. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Ist nichts für mich. War es nie, wird es nie sein.

Hatte früher einen Chefredakteur, der das immer unterstützt hat und mir auch bei Gegenwind den Rücken gestärkt hat. Da war kontrovers und kritisch möglich. Bei diesem Event nicht. Und ich hätte Sektgläser und Würfel gekübelt und mir beim Tippen die Finger gebrochen und es wäre nicht mal was Gescheites dabei rausgekommen. Rede ich mir jetzt ein.

Und selbst wenn, egal. Das Prinzipienreiten kann ich mir in dieser Höhe eigentlich nicht leisten, aber ich habs einfach gemacht. Und fühl mich gut dabei. Und werde ab jetzt schlichtweg vergessen, dass es das Angebot jemals gab.

🙂

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9 Kommentare leave one →
  1. 22. Januar 2009 18:40:21

    Ich kenne das. Vermutlich würde ich einen (bezahlten) Porsche fahren, hätte ich meine Prinzipien nicht – allerdings würde ich ihn nicht mit so viel Freude fahren wie ich ihn nicht fahre!

  2. 22. Januar 2009 20:35:44

    So oder so vermutlich die beste Entscheidung. Generell sollte man sich öfter rar machen, das hebt den Marktpreis!

  3. 22. Januar 2009 21:15:31

    Sich selbst guten Gewissens noch im Spiegel betrachten zu können, ist eben unbezahlbar !

  4. 22. Januar 2009 22:56:35

    Herr Adama, das ist extrem gut ausgedrückt!

    Frau creezy, in diesem Segment muss noch einiges draufgeleg werden, dass ich die über Bord schmeisse, das steht fest.

    _mo, ich habs wohl auch deswegen recht schnell abgehakt. Die spontane Entscheidung ist manchmal doch die Beste.

  5. 23. Januar 2009 00:22:53

    Ich habe in meinem Berufsleben viele lukrative Angebote abgelehnt – im Moment mag es weh tun – danach jedoch ist es Balsam. Geld regiert eben nicht immer die Welt…

    Gut gemacht!

  6. 23. Januar 2009 10:16:46

    So hätte ich Sie auch eingeschätzt.

  7. 23. Januar 2009 16:00:51

    Lieber Herr R|ob….. Ich sage in diesem Zusammenhang nur eins: Ihre ganz persönliche Globalisierung liegt Gott sei Dank hinter Ihnen!

    @Jeky * Nichts anderes hätte ich von Ihnen erwartet. Es freut mich. Und mit dem Honorar, das es nun nicht geben wird, kann man immerhin gedanklich kleine Luftschlösser bauen. Um sich schließlich daran zu ergötzen, dass man der lästigen Verpflichtung, Schloßbesitzer zu sein, gerade noch entronnen ist. Congratulations!

  8. 24. Januar 2009 20:06:29

    Glückwunsch! Kann ich auch nicht, für Geld Jubelartikel. Die werden dann nur Scheiße und vergrätzen andere potentielle Kunden.

  9. 25. Januar 2009 10:37:01

    Herr Fischer, das ahnte ich irgendwie. Dass Sie das auch nicht können.

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