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Working in a coal mine

22. April 2009

karriere-springenderfisch

Stellen Sie sich vor, Sie haben einen Job. Noch nicht lange, aber es läuft gut. Der lässt Ihnen viel Freiheit im Job und vor Ort und auch variable Freizeitgestaltung, Sie haben keine Außentermine und keine Dienstreisen, können sogar bei Bedarf von zu Hause aus arbeiten. Geld so mittel. Also im Vergleich zu dem davor. Das ist aber ok.

Sie haben sich also gerade da ein bisschen eingearbeitet, da kommt der Chef. Mit dem ersten Satz lobt er Ihre Entwicklung, mit dem zweiten bietet er Ihnen einen anderen Job an.
Mehr Geld, mehr Arbeit, Dienstreisen, Außentermine, mehr Verantwortung, weniger Flexibilität, von zu Hause geht nicht mehr.

Dazu stellen Sie sich bitte neben einer koronaren Herzkrankheit, in der Freizeit ein Pferd, regelmäßige Visiten im hohen Norden noch sonstige Aktivitäten vor, die Sie da noch einbauen wollen.

Was tun? Inneren Schweinehund bekämpfen, der ein Auge auf einen neuen Geländewagen geworfen hat plus passendem Fautras-Pferdehänger sowie auf diverse Fernreisen und sich vergegenwärtigen, how nice it is, um 16.00 Uhr spätestens den Hammer fallen zu lassen und eine Stunde später mit dem Pferd über die Wiesen zu schippern? Oder auch mal erst um 11 mal eine Stunde arbeiten, dann diverse Dinge erledigen und später weitermachen und das von zu Hause aus?

Sie sehen, ich tendiere durchaus zu „weniger ist manchmal mehr“. Ich glaube, aus dem Alter, in dem ich in orgiastische Seelenzustände falle, weil auf meiner Visitenkarte das Wort „Manager“ steht, bin ich eindeutig raus. Ich drucke mir eine eigene:

JEKYLLA
Leisure Time Manager
-sometimes off duty-

Edit: aber wie ich aus der Nummer politisch und diplomatisch korrekt wieder rauskomme, daran muss ich noch arbeiten….

28 Kommentare leave one →
  1. 22. April 2009 15:36:07

    Zeit ist ein unbezahlbares Gut.

    • 22. April 2009 15:39:26

      Ich hatte so eine Ahnung, dass Sie das auch verstehen würden. Obwohl Ihr Zeitmanagement ja seinesgleichen sucht *bewunder*

  2. 22. April 2009 15:37:44

    Da geh ich ganz konform. Meine Faulheit zu managen ist ein Vollzeitjob. Da bleibt keine Zeit für was anderes.

    • 22. April 2009 15:40:35

      Wobei man das bei Ihnen gar nicht so merkt, Sie machen einen so fleißigen Eindruck.

      Warum finde ich das Wort „fleißig“ irgendwie so retro?

  3. 22. April 2009 16:32:35

    Mehr Geld ist das eine, aber was bringt mir die Kohle, wenn ich keine Zeit mehr habe diese auch genussvoll auszugeben?

    • 22. April 2009 16:42:06

      Das hatte früher schon mal. Nicht mal Zeit, Kontoauszüge zu ziehen, um mir das anzuschauen. Es gibt Dinge, die muß man nur ein Mal haben.

      Ich geb aber zu, für einen Moment war es verlockend.

  4. 22. April 2009 16:35:42

    „Leisure Time Manager
    -sometimes off duty-“
    Das bedeutet dann aber, dass Sie arbeiten (im Sinne der „normalen“ Arbeit) wenn Sie off duty sind. Sie sind dann ja hauptberuflich Freizeitmanager, das kann ja auch zum Stress werden.

    • 22. April 2009 16:42:52

      Wem sagen Sie das? Aber das läuft unter positiver Stress. So wie Marathon. Sagt der Kardiologe. Also so interpretiere ich ihn😉

  5. 22. April 2009 16:37:26

    Nicht nur Zeit sondern auch Gesundheit ist ein unbezahlbares Gut. Ich würde die selbstgedruckte Visitenkarte präferieren.

    • 22. April 2009 16:43:32

      Ein nicht unwesentliches Entscheidungskriterium. Selbst ich bin Warnschüssen gegenüber nicht komplett taub. Ich geb die mal in Druck🙂

  6. 22. April 2009 17:12:16

    Hmm, ich gehe mal davon aus das es ein Angebot ist bei dem ein „Nein“ seitens deines Arbeitgebers akzeptiert wird?!

    Geld und Titel sind irgendwie kontraproduktiv. Also aufs Leben selbst bezogen. Sie wissen schon…

    • 22. April 2009 19:21:28

      Sagen wir mal so: ich unterschreibe erstmal nächste Woche den Übernahmevertrag und DANN entscheide ich mich offziell gegen das Angebot🙂

      Gottseidank ist das eine nicht vom anderen abhängig.

      Ohne Titel geht auch ganz gut. So aufs Leben selbst bezogen. Ich weiss.

  7. 22. April 2009 18:17:42

    Sie sollten Ihrem Chef ein Gegenangebot machen, etwa so: „Gerne bin ich weiterhin bereit meine Arbeitsleistung Ihrer angesehenen Firma zur Verfügung zu stellen, auch wenn Sie damit werben sollten, jedoch sollten Sie auch im Gegenzug diesen eklatanten Gewinn zu würdigen wissen.
    Diesen ersten Schritt darf ich doch von einem geborenen Gentleman wie Ihnen erwarten?“

    Madame, er wird Ihnen ein Angebot unterbreiten welches Sie nicht ablehnen können!

    • 22. April 2009 19:22:30

      Herr Adama! Ich will aber doch gar kein Angebot! Ich will einfach nur das behalten, was ich habe. Für so bescheiden halten Sie mich wohl nicht, wie?

  8. Schacki permalink
    22. April 2009 18:43:02

    Sie fragen nicht, Sie haben sich schon entschieden. Mit Diplomatie wird es schwierig, als Argumentationshilfe folgende Stichpunkte:
    – De- oder Inflation
    – soziales Gewissen
    – Reisekrankheit
    – autistische Momente
    – Wecker kaputt
    – kranke Katze

    • 22. April 2009 19:23:50

      Ändere in krankes Pferd. Flugangst/Reisekrankheit fällt aus, man kennt meine Ausflüge nach St. Pauli.
      Autistische Momente ginge. Das muss ich mal langsam in den Tagesablauf integrieren in den nächsten Tagen🙂

      • Schacki permalink
        22. April 2009 21:22:04

        Schade. Falls Sie das ernsthaft trainieren wollen, war’s das dann mit diesem Blog. Wo ich mich gerade so schön eingelesen habe😦

  9. 22. April 2009 20:11:27

    Ich rate aus eigener Erfahrung dringend zu „weniger ist mehr“, schon aus gesundheitlichen Gründen.
    Die Frage nach dem politisch und diplomatisch korrekten Rückzug ist allerdings nicht zu unterschätzen.
    Vielleicht gibt es einen Weg ins neue Amt mit „Rückfahrkarte“.

    • 22. April 2009 20:13:32

      Keine Rückfahrkarte. One-way ticket. Weggegangen, Platz vergangen.

      An dem p.c. und d.c korrekten Rückzug muss ich wirklich intensiv arbeiten.

  10. 22. April 2009 22:58:26

    Junge Frau, Sie werden das Angebot annehmen. Ich kenne Sie.😉

  11. 23. April 2009 09:11:11

    Da bin ich mal einen Tag offline, schon geht mir diese interessante und lebhafte Debatte durch die Lappen. Nun trödele ich hinterher, wenn schon fast alles gesagt ist … Dabei rede ich doch so gerne über Work-Life-Balance!

    Ihre Entscheidung ist richtig. Punkt. Mit Diplomatie würde ich mich bei der Begründung zurückhalten. Es gibt Momente und Situationen, in denen Ehrlichkeit entwaffnend sein kann – auch im Job.

    • 23. April 2009 09:20:29

      Meine Work-Life-Balance stimmt eben auch im Moment (vielleicht sollte ich genau DAS sagen🙂 ), sogar mit Tendenz zu Life. Wann hat man das schon mal?

  12. 24. April 2009 08:35:31

    Nix gegen Hühner. Filetiert und paniert sind die ganz ok!

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