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Die Höllenfahrt der Sigandor

9. Mai 2009

aka Segeltörn mit Fanräume St. Pauli.

Das war keine Fahrt für Mädchen, das steht fest. Noch fünf Minuten vor dem Auslaufen auf die dreistündige Elbfahrt mit dem Traditionssegelschiff „Sigandor“ schien alles normal, der Kapitän stellte lediglich eine „kleine Überraschung“ bezüglich der Wetterentwicklung in Aussicht, wir dachten an ein bißchen Regen wie das auch vorhergesagt war. Aber kaum waren wir auf der Elbe, ging der der Seemannsspass los. Plötzliche Regengüsse kombiniert mit heftigem Wind in starken Böen, in Sekundenschnelle komplett durchnässt – für relatives kleines Geld war erheblicher Erlebnisspass geboten.

Da währenddessen offenbar drei Fallschirmspringer, die den Hafengeburtstag beleben sollten, nur zu einem Drittel dort angekommen waren, wo sie sollten (zwei trieb es fast 30 km bis Trittau ab), sperrte die Wasserpolizei zunächst den Weg nach vorne, aber zurück zum Anlegeplatz ging auch nicht. Nach kurzem Kreisen dann doch Richtung Finkenwerder und das extrem hart am Wind (Segel setzen ging aber auch nicht).

Wäre der starke Seegang auf dem Schiff zu spüren gewesen, wäre mir mulmig geworden, aber die hundert Jahre alte Sigandor lag doch recht ruhig im Wasser, so dass man sich dem reichhaltigen Büffet widmen konnte. Leider waren die vegetarischen Frikadellen schnell aus (insider), aber dafür gab es Astra satt, Lachsschnittchen, Nudelsalat – der angekündigte „Snack“ war schon prima.

Die Stimmung war bestens, niemand liess sich von den Umständen weiter beeinträchtigen, das Absingen von Seemannsliedern in mehr oder weniger guter Qualität, die konsequente Vernichtung der bereitgestellten Getränke, viel gelacht, sich gefreut, dass man NICHT auf offener See war, sondern „nur“ auf der Elbe – ein gelungener Abend, den wir sicher unauslöschlich in Erinnerung behalten, wann cruised man schon mal bei Windstärken bis 9 auf einem 100 Jahre alten Segelschiff anlässlich des Hafengeburtstages über die Elbe?

Übrigens in bester Gesellschaft: Herr Markus mitsamt saarländischem Wandsbek-Fanclub, Herrn sparschäler und Sarahkiez und einer Menge seefester St. Pauli-Piraten.

20 Kommentare leave one →
  1. 9. Mai 2009 15:29:43

    Auf dem Bild sieht es ja wunderbar sonnig aus, war wohl nicht ganz so…😉

    Prima, dass es trotzdem schön war.

    • 27. Mai 2009 15:20:37

      Wenn man mit den richtigen Leuten unterwegs ist, gewinnt man selbst gruseligsten Einsätzen einen Unterhaltungswert ab🙂

  2. rinpotsche permalink
    10. Mai 2009 21:37:30

    Ich fühle mich als erfahrene Catamaran-IndemAuslegerseglerinnenstatus zutiefst angesprochen. Kaum Wind—alles klar. unsinkbar—auch klar. Wie kommt aber die Muschel an die Mastspitze? Unbefleckte Empfängnis?

    • 27. Mai 2009 15:15:59

      Sie catamaranen? Aus so einem bin ich einmal rausgefallen, vor Ibiza, damals fand ich das amüsanter als ich das heute finden würde. Glaube ich.
      Eine Muschel? An der Mastspitze? Wahrscheinlich lag das Schiff schon mal auf Grund. Ahoi!

  3. 11. Mai 2009 08:23:47

    Das Glück dieser Erde liegt halt nicht nur auf dem Rücken der Pferde.😉

    • 27. Mai 2009 15:16:26

      Dieses Glück habe ich aber unter Kontrolle. Wasser und Wind sind so eine Sache…

      • 27. Mai 2009 15:19:34

        Das sehe ich genau andersrum.🙂

        • 27. Mai 2009 15:22:11

          Mit Tauchausrüstung und Fachkenntnis ginge mir das wahrscheinlich ähnlich. Habe beides NICHT.

          Wobei die Elbe als Tauchareal nicht ganz so reizvoll ist. Vermute ich mal.

          • 27. Mai 2009 15:27:55

            Ich dürfte dafür auf dem Pferderücken seekrank werden.

            Die Malediven würde ich da auch vorziehen.🙂

            • 27. Mai 2009 15:29:08

              Das bliebe noch auszuprobieren. Wo Sie doch so gerne in den Sonnenuntergang reiten😉
              Remember the goold old times?

  4. 15. Mai 2009 18:24:45

    Sie immer mit Ihren Abenteuerreisen…😉

  5. 20. Mai 2009 10:08:42

    ich finde ja Segelschiffe total romantisch. Mich auf Segelschiffen jedoch nicht. Das friedliche Geräusch, wenn man sich sein Essen an der Reling noch mal durch den Kopf gehen lässt lässt einen nicht grad aufseufzen, vor allem wenn es der eigene Kopf ist.😉

    • 27. Mai 2009 15:11:54

      Ich dachte, dass mir das bei starkem Seegang ähnlich ginge, ich war angenehm überrascht von mir. Und als es vorbei war und die Sonne ging unter und ein Regenbogen… haaach.

  6. Timo permalink
    28. August 2009 00:47:56

    hey ich war auch auf der sigandor und mir hats total gefallen

  7. 27. Mai 2009 15:21:13

    Eigentlich wollte ich zuerst ein Gedicht dazu tanzen, aber Videopodcasts sind nicht so meins.

Trackbacks

  1. Stürmischer Segeltörn mit der Sigandor » Text & Blog – Das Weblog von Markus Trapp

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