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Blogkochshow – die Show

23. November 2009

Erstmal ein paar einleitende Worte nach diesem nervenzerfetzenden Ereignis, das mich zwei Tage beschäftigt hat. Nein, auch nicht richtig. Es hat mich seit dem Erhalt des Pakets beschäftigt, was ich denn nun aus diesen Dingen zusammenköcheln soll. Also nicht einfach alles zusammenwerfen, ein Paar Kartoffeln dazu und fertig ist der gelatinierte Grapefruit-Vanille-Rohrzucker-Möhren-Kartoffeleintopf. Es sollte etwas Essbares sein, mehr noch: etwas Schmackhaftes.

Und an dieser Stelle kommt Herr Quintus ins Spiel, der mir mit großartigen Rezepten das Hauptgericht teilweise und die Nachspeise komplett gerettet hat. Und für den Rest eine Inspiration war. Für die ich mehr als nur dankbar war. Was zu diesem Zeitpunkt nicht klar war: ob das alles auch so gelingen würde, wie es auf dem Rezeptzettel stand, denn ich hatte vorher weder mit Vanille noch mit Gelatine gewerkelt und war angesichts der Gelatineblätter sehr beeindruckt. Was es alles gibt! Und mit der Vanilleschote habe ich mich erst persönlich, anschliessend mit Gottes Googles Hilfe auseinandergesetzt. Und währenddessen wurde ich der Leistungen der Mitkochblogger gewahr, in Bild, Wort und Video und habe mich gefragt, ob ich überhaupt noch anfangen soll, weil das durchweg kaum zu toppen ist. Kaum? Gar nicht. Dennoch, nun hatte ich den Gastesser bereits gezwungen überredt erpresst bedroht bestochen eingeladen und der freute sich schon drauf es hinter sich zu haben, also ran an die Töpfe. An dieser Stelle nun sei erwähnt, dass es in diesem Hause zwar einen Sparschäler gibt, aber Gerätschaften wie Handmixer, Pürierstab, Dingezerkleinerer und auch eine Rührschüssel suchen Sie hier vergeblich. Zumindest bis letzten Freitag. Die Funktionsweise des OneTouch-Dingezerkleinerers habe ich allerdings bis heute nicht eruieren können, aber wenigstens die Batterien sind drin. Mit anderen Worten: Zutateneinkauf hieß bei mir auch grundsätzliche Haushaltsaufrüstung, die aber Gottseidank nicht zählt, sonst hätte ich das EUR 15-Limit für Zukäufe niemals einhalten können. So hat es gerade geklappt. Mögen die Spiele beginnen!

Grundausstattung:

  • Grapefruit
  • Vanilleschote
  • fünf Möhren
  • ein Paket Rohrzucker
  • ein Päckchen Blattgelatine
  • ein Päckchen Walnüsse

Erweitert mit:

  • Schlagsahne EUR 1,09
  • Reis EUR 0,49
  • Joghurt EUR 0,79
  • Preiselbeeren EUR 1.09
  • Kartoffeln EUR 0,39
  • Zwiebeln EUR 0,49
  • Knoblauch EUR 0,85
  • Fleisch EUR 8,67
  • Eier EUR 0,48
  • Salatherz 0,49

Gesamt: EUR 14,84

An dieser Stelle Dank an die Tengelmann-Gruppe, dass sie Dinge wie Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch und Eier auch einzeln verkaufen, sonst wäre es eng geworden.

Gewürze hatte ich im Hause, diese hübschen bunten Behälter sind so dekorativ und machen so einen kochkompetenten Eindruck, das kaum jemand merkt, das außer Paprika, Salz und Pfeffer und Cayennepfeffer nirgends was fehlt🙂

Zusammengefasst habe ich im Anschluss gewürfelt, gehackt, geschmolzen, gemixt, gerührt, gebraten, gedünstet, geschmort, geschält, gesparschält – die ganze Palette. Und raus kam das:

1. Vorspeise

Straußenmedaillons bedroht von Preiselbeeren von Salatherzblättern umzingelt


2. Hauptgericht

Walnußrisotto mit Rinderfilet gewürgt vom Speckbolero an Karottenkartoffelgemüse, ertränkt in Curry-Sahne-Sauce


3. Dessert

Grapefruit-Joghurtcreme ohne Besonderheiten

So. Und gegessen wurde es auch. Alles. Die Joghurtcreme reichte noch bis Sonntag (ein Rezept für 6 Personen zu kürzen, erschien mir angesichts meiner Grundfähigkeiten zu gewagt), die Curry-Sahne-Sauce ergab am Sonntag kombiniert mit Mini-Maccaroni (Nudeln kann ich!) und Schweinerückensteaks noch ein nettes Schnellmenü.

Zusammenfassend betrachtet war das erneut ein großer Spaß und ich danke Herrn @spontiv für Idee und Arrangement und meinen Mitkochern* (wenn ich das so anmaßend angesichts deren Ergebnisse in den Raum werfen darf):

* Herr Exit
* Northern Delight
* Herr Julius
* Herr spontiv
* Frau creezy

Die Herrschaften mit ihren Blogs finden Sie ausnahmslos auch in meiner Blogroll, reinschauen lohnt!

Ebenfalls ein großer Dank an meinen Muse-rich, Herrn Quintus, und dem wagemutigen Gastesser, Herrn sparschaeler. Die Rezepte, damit Sie sehen, dass es nicht so einfach war, wie es auf meinen wie immer brettscharfen Bildern aussieht, finden Sie weiter unten, für meine Verhältnisse war das Hochleistungskochen, hat aber wirklich richtig viel Spass gemacht. Und entgegen schlimmster Befürchtungen hat der Gastesser nicht nur Höflichkeitsrunterzwingen betrieben, sondern es hat ihm tatsächlich geschmeckt. Zumindest hat er es mir glaubhaft versichert. Was er hier im Blog auch noch tun wird, wer kann schon einer geladenen 44er widerstehen?😉

Gastesser-Kritik: „essen unterteile ich immer nach „schmeckt“ oder „schmeckt nicht“. dieses menü sortiere ich in die kategorie „schmeckt sehr gut“.

Rezepte:

Vorspeise

Straußenmedaillon mit Preiselbeeren

Zutaten

2 Straußenmedaillons 75 g

Preiselbeeren

Salatherzenblätter

Straußenmedaillons mit Salz und Pfeffer würzen und so lange braten, bis sie gut sind. Habe nicht auf die Uhr geschaut, aber bei Fleisch jeder Art weiß ich das komischerweise immer genau, wann es soweit ist. Servieren auf den Salatherzen mit Preiselbeeren dazu.

Hauptspeise

Walnussrisotto

Zutaten:

250 g Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

2 EL Walnußöl

250 g Reis

Salz

625 ml Gemüsebrühe

75 g Walnußkerne

10 g Butter

Zwiebeln und Knoblauch pellen, Zwiebeln würfeln, Knoblauch fein hacken. In Butter und Öl glasig dünsten. Reis zugeben und rundum andünsten, mit Salz würzen. Die Brühe zugeben und 45 Minuten zugedeckt quellen lassen. Öfter umrühren, Walnüse grob hacken, ohne Fett anrösten und unterheben.

Curry-Sahne-Sauce

Zutaten:

1 EL Curry

125 ml Schlagsahne

20 g Mehl

375 ml Gemüsebrühe

30 g Butter

Mehl mit Curry in Butter anschwitzen, mi der Brühe und der Sahne verrühren und ohne Deckel 20 Minuten kochen lassen. Salzen und warm stellen.

Karottenkartoffelgemüse

Zutaten:

5 Karotten

4 kleine Kartoffeln

Salz, Pfeffer, Butter

Karotten schreddern, Kartoffeln würfeln, beides in Butter und Wasser garen, abschmecken mit Salz und Pfeffer

Rinderfilets:

2 Filets à 140 g würzen (Salz, Pfeffer, Paprika), mit Speckstreifen ummanteln und in die Pfanne, bis medium rare.

Dessert

Grapefruit-Joghurtcreme

Zutaten:

2 Eier

300 g Magermilchjoghurt

4 Blatt Gelatine

250 ml Schlagsahne

Saft einer viertel Grapefruit

Mark aus der Vanilleschote

Eier trennen, Eigelb mit Zucker und, Joghurt und Saft schaumig schlagen, Gelatine in warmem Wasser quellen lassen.

Das Eiweiß zu einem festen Eischnee schlagen, die Schlagsahne zu Sahne schlagen.

Die Gelatine auf dem Herd auflösen und unter die Joghurtmasse geben. Zuerst die Sahne, dann den Eischnee unterheben und glatt rühren. Auf Dessertschälchen verteilen. Über Nacht kalt stellen. Vor dem Servieren garnieren mit karamellisierten Grapefruitfiletstückchen.

30 Kommentare leave one →
  1. 23. November 2009 09:27:33

    Und da sagen Sie nochmal, Sie könnten nicht kochen!🙂

    • 23. November 2009 10:10:48

      Ich kann nicht kochen.🙂
      Die andern können kochen, ich hatte nur Glück.

      • 23. November 2009 12:00:41

        Ich habe übrigens sehr gelacht über „An dieser Stelle nun sei erwähnt, dass es in diesem Hause zwar einen Sparschäler gibt…“ und „Ebenfalls ein großer Dank (…) dem wagemutigen Gastesser, Herrn sparschaeler“

        Sie haben also ein Dinner for two gekocht und es mit Ihrem Haushaltsgerät verspeist?😀

  2. 23. November 2009 09:31:10

    Aber das hört sich doch alles sehr fein und sehr lecker an. Ich bin stolz auf Sie!

  3. 23. November 2009 10:17:42

    Hach, ich fühle mich gerührt und nicht geschüttelt. Das sieht doch alles sehr lecker aus🙂. Es war mir ein Fest, Mittäter zu sein geholfen zu haben.

    • 24. November 2009 09:56:31

      Und vor allem war das sehr gut nachzuvollziehen, so als Ahnungslose. Und es war lecker, das muss ich ja selbst mal sagen!🙂

  4. 23. November 2009 10:36:10

    Ich wüsste ja, was ich als Dessert noch gerne… äh, lassen wir das. Sieht klasse aus und klingt noch Appetit anregender. Chapeau!

  5. 23. November 2009 11:28:46

    Also Madame, ich finde das sehr ansprechend das Geschirr. Der Inhalt war sicherlich auch nicht zu verachten….

    • 24. November 2009 09:58:02

      War nicht ganz schlecht, Monsieur. Und mit dem Geschirr haben Sie Recht, ich sollte nachkaufen🙂

  6. 23. November 2009 12:24:04

    Ich bin gerührt, wirklich! Sie können ja, wenn Sie wollen (offensichtlich auch, wenn Sie nicht wollen). Also ich bin begeistert, vor allem aber: ich würde mich auch sofort zu Ihnen an den Tisch setzen. Sie wissen was das bedeutet?

    Meinen Dank auch an Herrn Quintus und Herrn Sparschäler für das vergnügliche Vergnügen von Ihrer Mithilfe und Lebensmut zu lesen.

    Und nun liebe Frau Jekylla, diese OneTouch-Batterie-betriebene Rührschüssel – die gibt es genau wo? ,-)

    • 24. November 2009 09:59:36

      Ich weiß, was das bedeutet. Ein größeres Lob aus berufenerem Munde kann ich mir kaum wünschen.

      Letztes Jahr waren Sie mein Rezeptengel, diesmal Herr Quintus, das Opfer blieb gleich. Aber ich denke, die Angst vor der nächsten Blogkochshow ist etwas weniger geworden. Beim Gastesser zumindest *g

    • 24. November 2009 10:00:29

      Das OneTouch-Zerkleinerungsdingens (von dem ich immer noch nicht genau weiß, wie es funktioniert, es aber zumindest schon mal auseinandergebaut habe) gab es bei real in der Haushaltsabteilung. Ein Bereich, den ich noch gar nicht kannte dort.

  7. 23. November 2009 14:03:10

    Sehn‘ se das ist der Grund warum ich mehr zum qualifizierten Esser als zum Koch tauge. Ich könnte nicht mal einen Sparschäler (ich musste erst mal googeln was das ist) bedienen …und Sie wissen sogar wie man etwas „unterhebt“(!)

    • 24. November 2009 10:01:57

      Begeistert hat mich aber Ihre Abendkleidung beim Testessen😉
      Und ein Leben ohne Sparschäler ist doch unvorstellbar eigentlich!

      „Unterheben“ ist ein schöner Ausdruck, klingt tatsächlich sehr professionell. Man muss halt sehen, dass der Eischnee da irgendwie in die Masse kommt. Das ist die unprofessionelle Erläuterung.

  8. 23. November 2009 17:25:43

    Ich koche ja sehr oft und bekanntlich gerne – hier einmal ein ernst gemeintes Kompliment: Ich finde das ganz toll, dass man als Kochungeübte einfach Spaß haben kann und dabei seine Mitmenschen nicht vergiftet. Mein Kochpate bei der BlogKochShow war ja auch kein Kochenthusiast – hat aber so viel Spaß gehabt und zudem wirklich ein wahrlich schmackhaftes Menu gezaubert. Kurz gesagt: Von Ihnen würde ich mich auch angstfrei bekochen lassen…

    • 24. November 2009 10:03:48

      Der Spaß dabei ist ja schon mehr als die halbe Miete. Und bei mir kommt noch die Spannung dazu, ob es überhaupt essbar wird, bedeutet in der Summe also maximale Unterhaltung🙂

      Ihr Kochpate hat aber auch ganze Arbeit geleistet und schön fürs Auge angerichtet war es auch.

      Und wenn SIE sich von mir angstfrei bekochen lassen würden, ist das ein Maximalkompliment. Aber ich würde vor Aufregung wahrscheinlich nichts gebacken kriegen.

  9. 24. November 2009 01:36:43

    Unglaublich, das sieht wirklich alles sehr lecker aus. Und mit der Gastesser-Kritik, die bei der Wortkargheit des Rezensenten ja als geradezu überschwänglich bezeichnet werden darf, ist schließlich alles gesagt.

    • 24. November 2009 10:04:54

      Ich habe über Ihren Kommentar sehr gelacht, er spricht von ausgeprägtem Hintergrundwissen und tiefem Verständnis🙂

      Ich freue mich ja immer noch auf die Aussicht, mal von Ihnen bekocht zu werden, das müssen wir wirklich nmal gewuppt kriegen irgendwann.

      • 4. Dezember 2009 10:58:20

        Ups, jetzt erst gelesen! Die ausbleibende Antwort bitte nicht als Kneifen verstehen. Das machen wir mal. Versprochen.

  10. 24. November 2009 13:22:05

    Was du alles kannst wenn du sagst das du es nicht kannst… Ich für meinen Teil bin begeistert und zufrieden. Olle Tiefstaplerin.🙂

    • 24. November 2009 13:23:27

      Du holst eben durch Anforderung, unerschütterlichen Glauben und Ansporn das Maximale bei mir raus🙂

  11. 4. Dezember 2009 10:19:22

    Frau Jekylla, ich bin erfreut und vor allem beruhigt, dass Sie ein humorvolles und nicht überoberverzwirbeltes Menü in die Blogkochshow gehoben haben. Es sieht sehr lecker aus!

    So kann ich mich als Nachzüglerin allmählich auch an Grapefruit und Walnuss wagen. Ich hoffe auch auf die Catering-Erfahrung der Frau Mitesserin, also Frau Generator, bei der Rezeptberatung. (Jetzt ist es ja schon schwer, Sie nicht alle zu kopieren!)

    Und jetzt, wo Sie erst das Unbedenklichkeitsdiplom von Frau Creezy und Herrn Rob erhalten haben – Chapeau!

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