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Horror auf dem Ponyhof

5. Dezember 2009

Vorgestern um 21.15 Uhr klingelt das Telefon. Nummer von Bauer R. – absolut ein Grund zur Besorgnis, Anrufe aus dem Stall heissen nichts Gutes. Und so war es auch. Bäuerin R.: „Frau Jeky, das Pferd hat sich in der Box festgelegt und kommt nicht mehr hoch.“ Jeky: Herzstillstand. Bäuerin R.: „Der Herr M. will Sie mal sprechen, ich geb Ihnen den mal.“ Übergabe an Stallkollege M.: „Du, die Sache ist folgende, der liegt mit den Vorderbeinen aus der Paddocktür raus, mit den Hinterbeinen in der Box. Von allein kommt der so nicht mehr hoch. Würde jetzt mit einem Strick versuchen, ihn an den Beinen wieder reinzuziehen, wollte aber vorher fr…“ Jeky: „MACH! ich bin unterwegs!!“

Das Festliegen geschah beim Wälzen in der Box, die Umgebung falsch eingeschätzt. Die Gefahren beschreibt dieser Artikel hier sehr gut. Es handelte sich also um ein mechanisches Festliegen, beim Herumwälzen die Gegebenheiten verkannt.

Während ich mit 180 Sachen angemessener Geschwindigkeit Richtung Stall gefahren bin, habe ich mir sämtliche Horrorszenarien ausgemalt an Folgen. Offenen Fleischwunden, gebrochene Gliedmaßen … ich hab nur 12 Minuten gebraucht, in denen ich komplett durchgeschwitzt war. Als ich vor dem Stalltrakt hielt, kam mir schon Bäuerin R. entgegen: „Er ist schon in der Halle am Laufen, alles gut!“

Stallkollege U. und sein Freundin hatten es tatsächlich geschafft, dem Pferd beim Aufstehen zu assistieren und hatten ihn für eine Schrittrunde in die Reithalle gebracht, auch um nach Verletzungen zu sehen. Keine. Können Sie sich meine Erleichterung vorstellen, als das Hasenhirn von Pferd scheinbar völlig unbeeindruckt (nachdem er hysterisch um sich getreten hatte, als Stallkollege U. das mit dem Strick und den Beinen versucht hatte) von der Tatsache schien, dass Bauernehepaar R., Stallkollege U. plus Freundin und ich um ihn herumstanden zur Begutachtung?

Es verging eine Weile, bis ich mich beruhigt hatte. Nichts passiert. Und was hätte alles passieren können…

27 Kommentare leave one →
  1. 4. Dezember 2009 22:23:51

    Puh. Glück gehabt. Ich erinnere mich auch an den einen oder anderen Herzstillstand, wenn das Telefon klingelte und „Stall“ draufstand. Oder „Stallgenosse“.

    Und an panische Fahrten zum Pferdchen.

    • 6. Dezember 2009 10:01:11

      Bauer R. hatte das schon richtig erkannt, als vorschlug, „die Frau lieber nicht anrufen, die fährt sich sonst um Kopf und Kragen.“

      Aber mit den blutigsten Bildern vor Augen ist Ruhe bewahren schwer. Aber das kennen Sie ja dann.

  2. 5. Dezember 2009 16:57:27

    Oh, Gott sei dank glimpflich ausgegangen. Puh.

    @Curi0us: Du bist auch mal geritten? Hier erfährt man ja Sachen.

    • 6. Dezember 2009 10:01:36

      Wieder mal mehr Glück als Verstand, mit den ganzen glücklichen Umständen.

  3. 5. Dezember 2009 16:58:46

    @Markus nee, nicht selbst geritten, aber lange Zeit Pferde-mit-besitzer…

  4. 5. Dezember 2009 17:07:38

    Das Huftier hatte halt Sehnsucht nach Ihnen. Sie sollten mal sehen, wie ich mich ab und zu wälze beim Gedanken… Naja, alles paletti und das ist die Hauptsache.

    • Schacki permalink
      5. Dezember 2009 17:48:38

      Ehrlich gesagt: bei Ihrem Avatar denke ich immer irgendwie an Stall und Gerüche.

      • 5. Dezember 2009 18:16:26

        ;-))

      • 5. Dezember 2009 18:17:01

        Moment, da suche ich gerade mal einen meiner Kommentare von gestern…

        „Sebbi Sagt: 4. Dezember 2009 at 13:42:59:

        Ich würde gerne meinen Avatar ändern. Ich seh in Wirklichkeit nicht wie ein dampfender Haufen Exkremente mit Zöpfchen aus!“

        • Schacki permalink
          6. Dezember 2009 10:49:10

          Des Witzes wegen könnte ich ja jetzt antworten – waaas? Noch schlimmer? Mache ich aber nicht, sondern die richtige Antwort lautet: Da haben Sie aber Glück gehabt, ich dagegen bin ziemlich gut getroffen…

      • 6. Dezember 2009 10:02:56

        😀

    • 6. Dezember 2009 10:02:41

      Dass ER mich abgöttisch liebt und sich nach mir verzehrt, wusste ich ja. Aber Sie… mon cher, Sie machen mich verlegen. So ein bißchen jetzt.

      • 6. Dezember 2009 12:56:18

        Manchmal gehen die Pferde mit mir durch.

        P.S. (haha): Schlechte Wortspiele kann ich gut.

  5. 5. Dezember 2009 23:41:54

    Puh, bin froh, daß es gut ausgegangen ist! Beim Stichwort „festliegen“ stockte mir auch grad der Atem. In meinem alten Stall kam es dabei leide mal zum absoluten Horroszenario.😦

    • 6. Dezember 2009 10:03:51

      In Ihrem alten Stall??? Wie jetzt? Was? Sie auch???

      Genau dieses Horrorszenario hatte ich befürchtet. Dass er irgendwann geht, ist mir ja klar, aber doch nicht so elendiglich, das wäre grauenhaft gewesen.

      • 6. Dezember 2009 12:19:41

        Ich nicht mehr, leider. Ich bin viele viele Jahre geritten. Damals, als ich noch jung war.
        Irgendwann dann aufgehört, wegen ach, so genau weiß ich das heute gar nimmer.

        Aber inzwischen fehlt es mir total. Ich habe den ganzen Umgang mit den Viechern immer sehr geliebt, und ich habe sogar immer wieder „Ich würde jetzt SO gerne ein Pferd blitz und blank striegeln“-Anfälle🙂

        • 6. Dezember 2009 14:21:38

          Sollte Sie das Bedürfnis mal in der Frankfurter Gegend ganz spontan enteilen, ich hätte da einige Quadratmeter Kupferfuchs zu bieten.🙂
          Aber Vorsicht, er ist Sankt Paulianer😉

  6. 7. Dezember 2009 06:40:10

    Wer Pferde hat, braucht keine Aufputschmittel, nicht wahr?

    • 9. Dezember 2009 12:56:29

      So ist es, man steht ständig unter Strom. Das muss so sein wie wenn man einen Vierjährigen allein zuhause lässt. Nur ohne Blumenvasen.

  7. Juanes permalink
    7. Dezember 2009 11:33:37

    Bist du Tierarzt Daniela????

    • 9. Dezember 2009 12:57:12

      Nein, aber mit den Jahren musste ich mir das eine oder andere Ersthelferrepertoire zulegen.

  8. 9. Dezember 2009 12:55:19

    Schluck, was für ein Chaotenbrauner! Andererseits: der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, nicht wahr Frau Flug-Jekyllinde?

    Bin sehr froh, dass es dem Hasenhirn gut geht und jetzt warten wir auf das offizielle Schreiben der Straßenpolizei … ,-)

    • 9. Dezember 2009 12:58:46

      Das Pferd passt wie die Faust aufs Auge. Und was man von Hunden sagt, dass sich ihre Menschen ihnen und umgekehrt annähern, das stimmt schon irgendwie. Dieser dickköpfige, starrsinnige, emotionale, abenteuerlustige Gaul bringt mich noch um den Rest des Verstandes!

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