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Für viele überraschend: der Winter!

20. Dezember 2009

Wenn ich das in den Nachrichten so höre, dass die Autofahrer mitten im Dezember vom plötzlichen Wintereinbruch total überrascht sind, frage ich mich, auf was diese Menschen denn so vorbereitet wären. Hitzewelle, Strandbars, Longdrinks mit Schirmchen und frische Erdbeeren?

Bei Temperaturen im höheren zweistelligen Minusbereich bin ich autofahrerisch bestens gerüstet. Winterreifen, Frostschutz, Eiskratzer, Enteiserspray, Besen – alles am Start.

Wo der plötzliche Wintereinbruch mich jedoch auch überrascht hat, war hier in meiner Wohnung. Von fünf Heizkörpern fünf in Betrieb -sogar den im Badezimmer- und trotzdem kalt? Auf eventuelle Undichtigkeiten mit einer Kerze geprüft -danke, Herr swiss!- alles dicht. Erst, als das Wasser aus dem Spülbecken zunächst den Kaltwasser, dann aber auch den Warmwasserdienst einstellte und ich mal ohne Hausschuhe den Fliesenboden betrat und beinahe auf der Stelle festfror, war die Lösung gefunden.  Eiskalte Fliesen, die die Heizleistung komplett und vor allem wirkungslos assimilierten. Transportable Auslegware habe ich genug, also liegt jetzt was davon in der Küche.

Allerdings hätte ich da noch das Heizkörperproblem. Mit einem Temperaturenregler von 0 bis 5 ausgestattet sind sie, aber sie weigern sich strikt, diese Auswahlmöglichkeiten anzubieten. Entweder ich stelle sie aus oder eben an. Wobei sich „an“ grundsätzlich auf Heizstufe 5 befindet, auch wenn man 2 nimmt. Oder 3. Oder 1. Auf die 0 kann man sich aber verlassen. Dann ist der Ofen aus. Entweder es ist also schnatterkalt hier drin oder brülleheiß. Da beides nicht das Prädikat „erstrebens- und erlebenswert“ hat, traloppiere ich also in regelmäßigen Abständen von Heizkörper zu Heizkörper und mache mal aus und mal an, je nach Bedarf. Das verschafft mir einerseits häusliche Bewegung -gerade in Zeiten von Vanillekipferl und Katoffelpfannküchlein unverzichtbar- , ist aber auf Dauer unbefriedigend.

Bedeutet: morgen rufe ich wieder diesen netten Herrn vom Hausmeisterservice an, der mir während des Badezimmer-Dramas schon sehr ans Herz gewachsen ist und der gerne bei mir abhängt und dem ich während unserer netten Kaffeeplaudereien immer mal die eine oder andere handwerkliche Hilfestellung entlocke („da an dem Strahler, das Birnchen, ich krieg das einfach nicht reingedreht, wenn Sie vielleicht, so als Fachmann….“ oder „dieser Wasserhahn an der Spüle ist lose, aber ich hab ja so überhaupt nicht das richtige Gerät….“) und opfere ihm einige Senseo-Pads Typ Cappuccino und mindestens eine Stunde meiner nicht vorhandenen Zeit. Und wenn er dann schon mal da ist, könnte er ja auch mal im Bad nachschauen, warum der Wasserdruck sich doch eher zögerlich und im Endergebnis eher nicht befriedigend aufbaut.

Aber was jammere ich rum, ich habs ja hier immer noch kuscheliger als mein winterhartes Pferd, der trotz geschlossener Fenster und Türen UND Tränkeheizung sein Wasser zur Zeit aus der Tränke lutschen muss. So ist das eben, wenn man deutlich oberhalb der Schneefallgrenze residiert, in einem Gebiet, das locker auf -10 nochmal -10 drauflegt in diesen Tagen.

Und morgen früh auf der Autobahn werde ich sie alle wiedertreffen, die so überrascht vom Wintereinbruch ein paar Tage vor Weihnachten waren und ich wette, sie sind wieder genauso überrascht, dass der viele Schnee von heute abend da immer noch liegt.

5 Kommentare leave one →
  1. 20. Dezember 2009 23:14:54

    Das mit den gut auf den Winter vorbereiteten Verkehrsteilnehmern und den vom „plötzlichen“ Wintereinbruch überraschten, das erinnert mich irgendwie ein bisschen an die Geschichte der „Drei kleinen Schweinchen“:

    Ich zitiere mal aus der Wikipedia:

    Der belehrende Teil der Volkserzählung – dass Fleiß und harte, gründliche Arbeit sich auszahlen, während Bequemlichkeit und leichtlebige Unbeschwertheit Probleme schaffen…

    Ansonsten hoffe ich, dass der Hausmeister in Ihrem Steinhaus😉 das Problem der Extremheizkörper und das ein oder andere weitere Hausproblemchen wird lösen können.

    • 21. Dezember 2009 08:25:25

      Ich bin sehr zuversichtlich. Er ist zwar ein alter Schwerenöter (auch ein schönes altes Wort!), aber sehr kompetent.

  2. 21. Dezember 2009 14:15:19

    „aber ich hab ja so überhaupt nicht das richtige Gerät….“

    Aber der Hausmeister hat es Nä? *Pffffft

    • 21. Dezember 2009 15:02:29

      Ein Hausmeister ist auf natuerliche Weise mit allerlei nuetzlichem Geraet ausgestattet. Sollten Sie aber wissen.

      • 21. Dezember 2009 15:47:30

        Woher soll ich das denn wissen, bin ich Hausmeister?
        Meister in da House, vielleicht. Aber Sie haben bestimmt immer nützliches Gerät in der Tasche für die Wüste – oder doch nur Sand?

        Ich schenke Ihnen doch noch ne Umlauttaste….

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