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Odyssa unterwegs auf Reisen die mpfzigste

9. Mai 2011

Ich war mal wieder weg. Gar nicht weit, aber es reicht, um kompliziert zu sein.

Oder wie es Herr @textundblog hier  so schön sagte:

@Jeky Für Sie wird d. Spruch „St. Pauli ist die einzige Möglichkeit“ erweitert: „Nur für Hin- & Rückweg gibt es überraschende Alternativen.“

Hamburg sollte es sein. Was normalerweise knapp über eine Stunde dauert mit dem Flugzeug. Wenn die Lufthansa nicht gerade einen totalen IT-Ausfall weltweit hat und der CheckIn unter -vorsichtig formuliert- erschwerten Bedingungen stattfindet und schlußendlich in einem Free Seating (alle rein da, auch ohne Ticket) endet. Also waren es schon mal eher zwei Stunden, die Umstände im einzelnen beim Warten sind zu grotesk, um sie zu beschreiben, das Ganze bei anscheinend nicht arbeitender Klimaanlage auf dem Frankfurter Flughafen oder sie hat einfach nicht all die hektisch Transpirierenden mehr geschafft, die zwischen Gate A11 und A27 eskalierten.

Da war ich ja noch frohen Mutes, letztendlich hat es geklappt und ich bin mitgekommen, was allerdings nur meiner beherzten „Ich, ich, ich!!!“-Attitüde zu verdanken war und das Gespür für den richtigen Moment. Schätzungweise 50 Leute blieben mit einem Problem zurück. 

Dieses Erlebnis machte mich vorsichtig bezüglich des Rückflugs und so erschien ich am Tag darauf relativ zeitig. Hafengeburtstag und so. Um zu erfahren, dass es keinen Computerausfall mehr gab, aber dafür nicht genug Sitzplätze für alle. Abgeladen nennt man das. Rückreiseverkehr Hafengeburtstag und so. Gegen 17.30 Uhr. Mit keiner Aussicht auf spätere Besserung. Nassgeschwitzt die erste. Was tun? Mit der S-Bahn zurück zum Hauptbahnhof, um die ausreisenden Mengen in den ICEs zu betrachten und dort keine Karte mehr zu bekommen oder auch viereinhalb Stunden zu stehen? Oder im schlimmsten Fall komplett in Hamburg zu stranden? Oder aber statt nach Frankfurt nach Köln zu fliegen, immerhin dabei gute 350 km näher am Ziel zu sein und dann mal sehen, ob „die Bahn kommt“? Raten Sie mal.

Ich also nach Köln. Von Gate A15 nach A38 in neuer Weltrekordzeit. Um dort dann zu sitzen. Nassgeschwitzt die zweite. So ganz ohne Verspätung ging das dann eben nicht. Was aber nichts machte, zum Muttertagsessen war es dann ohnehin zu spät, aber Muddi ist ja bei sowas sehr flexibel. In Köln auf dem Flughafen kann man theoretisch auch Tickets kaufen, um von dort direkt nach Frankfurt zu fliegen. WENN man entweder genügend Bargeld dabei hat (hatte ich nicht) oder eine EC-Karte (hatte ich nicht) oder eine Kreditkarte mit zugehörigem PIN (hatte ich Karte, aber keinen PIN, Sie erinnern sich an Barcelona? PIN noch nicht da).

Also: Hauptbahnhof. Ich hin da ohne Ticket, in einem ICE, der aus Frankfurt kam. Und siehe, es war nur noch eine Haltestelle bis Hauptbahnhof und wer kommt? Fahrkartenkontrolleuse. Sie erinnern sich? Ich ohne Ticket?

Meine herzzerreißende und sehr aufgeregt vorgetragene Geschichte erweichte allerdings das DB-Herz und ich durfte ein Ticket nachlösen, sie suchte mir den passenden Zug raus, ihr Automat akzeptierte Kreditkarte mit Unterschrift, alles gut. Der kleine Hinweis, dass auch die Bahn so ein paar kleine Verspätungen in Köln haben würde wegen Gleisbauarbeiten, zauberte mir noch ein debiles Grinsen ins Gesicht, für alles andere war einfach zu müde. Mein ICE hatte dann nur 15 Minuten Verspätung, den eroberten Sitzplatz hätte ich nur, wenn überhaupt, gegen Anwendung von Waffengewalt wieder aufgegeben. Nassgeschwitzt die dritte.

Um 21.38 Uhr Flughafen Frankfurt. Eben leider mit der Bahn. Aber immerhin haben die mich mitgenommen. Muddi war so nett, mich abzuholen, wir hatten ja noch einen Programmpunkt. Muttertag.

In gemütlichem Ambiente bei McDonald am IKEA ein Happy Meal verspeist, uns gegenseitig beglückwünscht, dass wir uns haben und den Abend bei einer mittleren Cola ausklingen lassen.

Ich finde, von Hamburg nach Frankfurt in unter sechs Stunden, das kann man mal machen. Geht aber bequemer.

Zwischen Absatz 4 und 5 lag ein desaströses Fussballspiel, ein sehr schönes Treffen mit Jimmy, die wunderbare Bezugsgruppe und und und.

Fazit: hat sich gelohnt. Trotz allem.

4 Kommentare leave one →
  1. 9. Mai 2011 13:07:44

    Öhm – ich weiß schon, warum ich immer sag „Wer klug wohnt, wohnt in Hamburg“😉

    Ralf *braucht weniger als 30 Minuten von der Haustür bis zum Eingang des Millerntorstadions – mit ÖPNV!

  2. 9. Mai 2011 14:50:57

    Jaja, die bahn…
    Kleiner Tipp von mir: Einfach im Zug sagen, dass ein/e nahe/r Verwandte/r bei der Bahn arbeitet, dann sind die viel freundlicher😉
    Dank diesem Trick habe ich am Samstag 25€ und überhaupt bestimmt schon über 200€ gespart😉
    Ja, das Treffen war echt nett, nur zu kurz, habe ich Ihnen ja auch noch mal per mail geschrieben🙂

  3. 9. Mai 2011 18:24:43

    Danke für’s Tweet-Zitat. Oh je, was für eine Odyssee…

    Ich zitiere aus der Homer-Übersetzung von Johann Heinrich Voß:

    Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes,
    Welcher so weit geirrt, nach der heiligen Troja Zerstörung,
    Vieler Menschen Städte gesehn, und Sitte gelernt hat,
    Und auf dem Meere so viel unnennbare Leiden erduldet,
    Seine Seele zu retten und seiner Freunde Zurückkunft.
    Aber die Freunde rettet’ er nicht, wie eifrig er strebte;
    Denn sie bereiteten selbst durch Missetat ihr Verderben:
    Toren! […]

    Ich sage nur: «so viel unnennbare Leiden erduldet» und dann «Toren!» – von denen gab es zwischen Ihrer chaotischen An- und Abreise ja insgesamt 9. Davon 8 auf der falschen Seite.
    Schön, dass dieses erkenntnisreiche Wochenende am Sonntag-Abend mit Muddi immerhin noch so einen malerischen Ausklang gefunden hat.

  4. 19. Juni 2011 03:33:51

    Rundes Leder hin, Odyssee her – aber die Vorstellung mit meiner Mutter jenen letztendlich ziemlich fragwürdigen und von der Blumen- und Pralinenmafia tapfer am Leben erhaltenen Ehrentag in dieser bekannten, amerikanischen Spezialitätenrestaurantkette zu begehen, hat bei mir gerade vor lauter Lachen zu einem veritablen Erstickungsanfall geführt…
    Bitte grüßen Sie Ihre Frau Mutter unbekannterweise ganz herzlich!

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