Skip to content

Manchmal muss man einfach tun, was man tun muss….

15. Mai 2014

Auch wenn Sie überrascht sind, dass plötzlich hier wieder was erscheint – für Twitter zu lang und für Facebook irgendwie zu … untauglich, und da dachte ich: ich hab ja ein Blog!

Jedenfalls, Sie wissen ja, dass ich mich im Tierschutz engagiere. Für Delfine, für Hunde, für Tierheime und vieles andere mehr. Der eine oder andere dürfte schon entnervt sein von Petitionsunterzeichnungsanfragen oder irgendwelchen Updates, dass eine Petition tatsächlich etwas gebracht hat. Im Februar habe ich das erste Mal eine Kundgebung mitveranstaltet in Frankfurt und bin ansonsten so aktiv, wie es eben geht, aber dann doch wieder viel zu wenig.

Wie einige von Ihnen wissen, ist im November die Mana

Mana3

eingezogen. Aus dem Tierheim. Sie fand man letztes Jahr im Februar allein und hochtragend in der Fußgängerzone und brachte sie ins Tierheim. Ihre süßen kleinen Welpen gingen schnell weg, aber die Mama musste auf ein neues Zuhause warten bis Ende November. Und es geht ihr sehr gut, sie holt alles nach, was sie versäumt hat, spielt, lernt – ein glücklicher Hund.

Und im krassen Gegensatz dazu sehe ich auf Facebook täglich Bilder von gequälten Hunden, bei lebendigem Leib gekocht, geschlagen und unausprechlichen Torturen ausgesetzt. Es gibt viele Menschen, die sich für diese Tiere einsetzen und einen habe ich in letzter Zeit „verfolgt“. Alfred Kapser, der sich zusammen mit seiner Frau Ann in Thailand für Hunde einsetzt, die üblicherweise im Kochtopf landen und seine ganze Zeit und sein Geld und seine unerschütterliche Liebe einsetzt, um wenigstens ein paar Hunden zu helfen. Seine kleine Familien-Organisation, deren Facebook-Seite hier zu finden ist, beherbergt zur Zeit ca. 200 Tiere, viele davon behandlungsbedürftig und obwohl die Tierärzte dort ihm finanziell entgegenkommen soweit es ihnen selbst möglich ist, benötigt er immer wieder Spenden für einzelne Tiere und dank vieler freiwilliger Helfer kann vielen geholfen werden.

Warum jetzt vor ein paar Tagen sein neuestes „Sorgenkind“ etwas besonderes in mir ausgelöst hat, weiss ich nicht. Vielleicht war es auch ein Moment, in dem ich Mana ansah und dachte, was sie für ein Glück hat im Vergleich und dann sah ich dieses Bild:

Garo

Schon teilweise gehäutet und offenbar dem Schlachter entwischt, fanden ihn Alfred und sein Team im Park. Link dazu.

Ich habe schon viele grausige Bilder gesehen, aber dieses hat mich besonders berührt. Und entsetzt. Wie viele andere habe ich wegen der zu erwartenden Klinik-Kosten auch ein paar EUR gespendet, aber der kleine tapfere Kerl hat mich nicht losgelassen. Als ich dann erfuhr, dass man eine Patenschaft übernehmen kann, die dafür sorgt, dass er nach der Klinik bei Alfred bleiben kann und nie mehr auf die Straße zurück muss, habe ich nachgedacht. Ich spende viel und EUR 25 sind noch mal was drauf, aber ich hatte das Gefühl, ich muss das machen. Und ja, ich könnte auch einem Tierheim in Deutschland eine Futterspende machen (was ich übrigens tue) oder eine „wichtigere“ Organisation unterstützen und Sie haben Recht.

Aber Menschen wie Alfred Kapser geben mir jeden Tag ein bisschen den Glauben an die Menschheit zurück, den mir viele täglich nehmen. Und ich bin froh, dass es sie gibt, sonst müsste man angesichts der Grausamkeiten von Lebendtiertransporten, gestopften Gänsen, geschredderten Küken und von Menschen sonstwie misshandelten Tieren (ergänzen Sie selbst, die Liste ist endlos) auch verzweifeln. Und wenn ich recht überlege, gebe ich genug Geld aus, wo ich später denke, das war jetzt Luxus, ohne den ich auch gut hätte leben können.

Und so gebe ich genau das Geld jetzt für den kleinen Garo aus und mache etwas anderes dann eben nicht. Und bin absolut sicher, dass mir das langfristig ein wesentlich besseres Gefühl bringt als irgendein Tinnef, der in einer Schublade verschwindet oder irgendwann im Altkleidersack. Als ich gestern Abend meine Zusage zur Übernahme der Patenschaft gegeben habe, habe ich mich gut gefühlt. Und ich sage nicht, dass nun jeder eine Patenschaft übernehmen muss oder Geld spenden muss, um sich gut zu fühlen. Manche würden sicher auch gerne, aber es ist finanziell selbst zu eng oder sie machen schon genug. Es geht nur darum, dass ich jetzt, wenn ich Mana zuschaue wie sie spielt und glücklich und gesund ist, an einen kleinen Kämpfer in Thailand denke, der die Hölle gesehen hat und jetzt bald nach der Klinik bei Alfred sein wird und auch die Chance hat, glücklich zu sein und ich habe einen kleinen Anteil dran. Gesund wird er wohl wieder, die Prognosen sind prächtig, obwohl man das anhand der Bilder kaum glauben kann und ja, er ist nur einer von Hunderttausenden, aber diesem einen wird es besser gehen. Und das macht mich glücklich. Und ich bin gerne glücklich.

Es müssen auch nicht 25 Euro sein, jeder Euro zählt. Vielleicht machen Sie mal irgendwo ein Schnäppchen und sparen viel Geld und es sind 5 Euro über. Oder 2. Oder Sie haben irgendwo Kleingeld rumliegen, das Sie schon immer mal zur Bank bringen wollten. Lassen Sie es doch gleich dort und schicken es Alfred. Oder eine Schachtel Zigaretten weniger rauchen. Oder auch nichts von allem und Sie machen es nicht, aber erzählen es jemandem, der es machen würde?

Die Geschichte des kleinen Garo und auch Informationen, wo man wie spenden kann, finden Sie hier in der Facebook-Veranstaltung.

Ach ja, da der Pate darf auch einen Namen aussuchen. Da der Kleine wegen der Zuordnung der Spenden einen Namen brauchte, hat man ihn erstmal Garo genannt. Aber wenn er bei Alfred ist, wird er Jacko heißen. In Erinnerung an einen ganz besonderen Hund. :)

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Und glaube, wir sehen uns hier in Zukunft doch wieder öfter. Sie haben mir gefehlt.

 

Update: Und vielleicht ist das hier der richtige Platz für diesen einen Eurp? https://www.betterplace.org/de/projects/19399-dogs-paradise-thailand-eine-chance-fur-die-hunde-die-keiner-will

Seltsame Tweets – The BilleCelebrity Challenge

1. Juni 2013

German / English

Vielleicht haben Sie sich schon über seltsame Tweets in Ihrer Timeline gewundert, in denen ich um das Voting auf einer Celebrity-Seite warb.

Das ist schnell erklärt: bei der BilleCelebrity wird von Usern wie mir ein Prominenter vorgeschlagen, der als Charity-Projekt eine bestimmte Organisation unterstützt. Der Promi mit den meisten Votes gewinnt dann $ 25.000, die von BilleCeleb an die vom Prominenten unterstütze Organisation gehen.

Der letzte Gewinner war Robin Williams und $ 25.000 gingen an sein Orca Network, davor war es Ric O´Barry mit dem Dolphin Project. Sie sehen, in welche Richtung meine Bestrebungen gehen?

Diesmal habe ich nun selbst eine Prominente vorgeschlagen: Hayden Panettiere und die Whaleman Foundation. Wenn Sie diesem Link folgen

https://thebille.com/r/isqb9vup

stimmen Sie nicht nur für Ms. Panettiere und die Charity, sondern ein bisschen auch für mich als “Superfan”, der dann den Scheck übergeben würde. Was aber absolut unwichtig ist, Sie brauchen diesem “persönlichen” Link auch nicht zu folgen, sondern gehen einfach so auf die Seite, Hauptsache, Ihre Stimme zählt für The Whaleman Foundation.

Geht auch ganz einfach, Registrierung mit Email geht schnell und weil Sie als Voter ebenfalls gewinnen können (Scheckübergabe), ist noch eine Handynummer zur Validierung nötig.  Das ganze dauert 3 Minuten max und danach können Sie täglich abstimmen. Eine Wahl läuft 28 Tage, es läuft also schon 2 Tage. Also bitte, es kostet nichts, geht schnell, ist für einen guten Zweck und mich würde es freuen.

Danke schön!

You may have wondered about funny tweets in your timeline about a “Celebrity Challenge” I am trying to recruit voters for.

Simple explanation: at The Bille users like you and me suggest a celebrity and her special charity project. The celebrity with the most votes wins a cheque for $ 25.000 for her charity project.

The last winner was the actor Robin Williams for his Orca Network, before it was Ric O´Barry for the Dolphin Project. You see, where I am heading to?

This time I nominated a celebrity myself: Hayden Panettiere and The Whaleman Foundation

If you follow this link

https://thebille.com/r/isqb9vup

you are not only voting for Ms Panettiere, but a little bit for me as well, as the “Superfan”, who collects the majority of votes, will be at the cheque presentation. But I do not care about those personal-link votes, the most important is the vote for the “cause” and you might just go to the site on the regular link.

And it´s easy: just register with your email and leave a mobile phone number to validate your account. The phone number might even be important as at random another voter will be selected for the presentation. It takes not more than three minutes, you can vote every day. For each draw there are 28 days, two days already passed. So please, it´s for free, it´s for a good cause and I would be very happy.

Thank you!

Frau Raus presents: mein Geburtstagsgeschenk

27. Mai 2013

Aber stop, erst die Vorgeschichte, ohne die macht das alles keinen Sinn. Beim letzten Besuch auf dem Ponyhof verlangte Herr @sparschaeler eine Sandprobe aus der Reithalle und dazu noch Haare vom Pferd und wenn möglich noch ein oder zwei Lieblingsbilder. Mit einem Gesicht, das keine Nachfragen zuließ. Wer ihn kennt, kennt das Gesicht.

Also füllte ich eine Tüte Sand ab und verpasste dem Pferdeschweif eine Sommerfrisur – nein, nur 10 cm, die hätten eh runter gemusst- und brannte meine beiden Lieblingsbilder auf eine CD. Das war irgendwann im Februar oder März und ich hatte das dann auch vergessen. Bis zu meinem Geburtstag, den ich zum Zweck der Nachfeier in Hamburg verbrachte, wo mir dann ein Geburtstagsgeschenk überreicht wurde. Und nicht irgendeins aus einem Ladenregal, sondern was ganz Besonderes, Persönliches. Und da fand ich dann auch den Sand und die Haare und die Bilder wieder:

FrauRauspresents

Das ist ein Bild, Leinwand auf Rahmen, das die @FrauRausHH extra für mich gemacht hat!! Mit einem Reitplatz (Sand, echt!) mit meinen beiden liebsten Bildern, mit einer Kuh fürs Cutting, einer Wiese und vielen anderen persönlichen Kleinigkeiten und Details rundrum – ich habe mich jedenfalls sehr gefreut. Weil das eigentlich ein Geschenk ist, was man nicht kaufen kann. Wobei – doch, kann man. Die Frau Raus hat nämlich großen Spaß an der Herstellung von personalisierten Geschenken und erschafft in Zusammenarbeit mit Ihnen ein Unikat. Eben was Besonderes. Schauen Sie doch mal bei Ihr rein oder tweeten Sie sie von der Seite an auf die “Haptisch-plastisch-farbenfrohe Malerei”. Vielleicht möchten Sie auch was verschenken, was in keinem Laden steht. Und der konspirative Teil kann auch Spaß machen ;)

Vank!

Email von Helmut

29. April 2013

Zur Vorgeschichte: anlässlich eines Interviews von Helmut Schulte im Dezember 2010, zu dem ich inhaltlich einige Anmerkungen hatte, schrieb ich auf dem jetzt geschlossenen Blog “Fabulous Sankt Pauli” einen offenen Brief an ihn. Kurz darauf erreichte mich eine Email mit Einladung zu einem Gespräch in die Geschäftsstelle. Dieses Gespräch dauerte nicht wie erwartet eine schnelle halbe Stunde, sondern fast vier Stunden und blieb mir als sehr interessant, respektvoll, informativ und intensiv in Erinnerung.

Es gab danach nur noch einen Kontakt zwischen uns, als Helmut Schulte den Verein überraschend verließ, an dem ich mein Bedauern über seinen Weggang ausdrückte. Danach ging er, wie bekannt, zu Rapid Wien und es gab keinen Kontakt mehr. Ich habe in der Zwischenzeit mehrfach seiner Kompetenz und seinem Sachverstand und auch seiner spröde-liebenswerten sauerländischen Art nachgetrauert, für mich war Helmut Schulte fast untrennbar mit St. Pauli verbunden.

Passenderweise erschien nun im März sein Buch “Drei Leben für St. Pauli”, geschrieben Support von Werner Langmaack, über das es in der MoPo (ja, ich lese auch die MoPo und tue nicht so, als ob nicht) bereits einen Artikel gab, der es “Abrechnung Light” nennt. Den ich natürlich aus reinem Selbstschutz nicht verlinke.

Ich hatte mir vorgenommen, das Buch zu kaufen, als ich vor kürzlich eine Email erhielt. Von Helmut Schulte. Der sich offensichtlich an unser damaliges Gespräch erinnerte, meine Schreibe anscheinend nicht schlecht fand als Leser des damaligen Blogs und mich fragte, ob ich Interesse hätte, das Buch zu lesen und meine Meinung dazu zu äußern. Wie Sie wissen, habe ich eine Meinung und scheue mich auch nicht, sie zu äußern und auch Gefälligkeitschreibereien sind nicht mein Ding, also habe ich zugesagt unter der Prämisse, dass ich auch einfach schreibe, was ich denke. War ok. Also gut.

hs 3stpaulilebenHS-Widmung

(ganz charmant fand ich in der Widmung den twist zum Titel des damaligen Blogposts mit dem offenen Brief)

Zum Buch:

Für jeden St. Pauli-Fan sehr viel Interessantes an Details aus früheren Tagen, aus dem ersten und zweiten Leben. Flüssige Schreibe und  wer ihn schon hat erzählen hören (ich ja einmal bei unserem Treffen und vorher auch anlässlich einer Lesung im Fanladen von Nagel/Pahls Buch, erkennt seinen Stil. Trocken, zeitweise bissig, amüsant und direkt.
Darüberhinaus natürlich die hochinteressante “Affäre Schubert” und was drumherum passiert ist, das hat ja Nachwirkungen bis heute, auch bei der sich sehr verladen vorgekommenen Presse, die mit dem Thema sicher auch noch nicht durch ist. Wer lässt sich schon gerne verladen?
Egal, zurück zum Thema: die Mopo hat das Buch ja als Abrechnung bezeichnet, ich sehe es nicht so. Sehen bzw. spüren kann ich allerdings, dass Schulte sich nachhaltig verletzt fühlt aufgrund des Umgangs mit der Akteure mit ihm, was absolut nachvollziehbar ist. Das Umfall-Präsidium kämpft nach wie vor mit den Themen Inkonsequenz, mangelndem Arsch in der Hose, Verantwortungsweitergeschiebe und katastrophalem Umgang mit den Medien. Das war damals so, das ist heute immer noch so und sofern sich nicht grundlegende Dinge, i.e. auch Personalien ändern, wird es auch so bleiben.
Für den geneigten St. Pauli Fan finden sich also interessante Geschichten von früher, wunderbar bebildert mit dem Charme der 80er-Frisuren und – Mode, aber eben auch einmal ein paar sogar minutiöse Details über die mich schwärzeste Medienstunde seit langem rund um die Affäre “Schubert”. Ich weiss nicht, wie es Ihnen gehen wird -sollten Sie das Buch lesen- aber mancher erscheint da genau im rechten Licht. Also in dem Licht, in dem ich ihn ohnehin schon sah…
Das Buch ist geprägt von Schultes sauerländisch-emotionalem Stil und sehr ehrlich und habe es sehr gern und vor allem sehr schnell gelesen. Es hat meine Meinung, die ich von Helmut Schulte hatte, nicht geändert, im Gegenteil. Ich finde es heute noch schade, dass er -und vor allem auf diese schändliche Art und Weise- nach drei St. Pauli-Leben so gehen musste. Zumindest ist er von “uns” nicht direkt zu einem Verein gekommen, in dem alles cool, calm und collected ist, das zumindest dürfte ihm das heimisch werden leichter gemacht haben. Neu allerdings dürfte ihm solche Aktionen sein.
Wie auch immer, ich finde, dieses Buch gehört in die St. Pauli.Bibliothek. Also meine jedenfalls. Mit drei St.Pauli Leben kann auch sonst niemand mithalten.

“Wer das Schweigen bricht, nimmt den Tätern die Macht!! “

16. April 2013

Der folgende Text ist nicht von mir, sondern von einer großartigen und liebenswerten Bekannten. Ich war schon vorher froh, sie kennengelernt zu haben, aber nach der Lektüre dieses Textes, den sie gestern Abend bei Facebook publiziert hat, noch gleich drei Mal mehr. “Sie” ist Andrea Burrichter bei Facebook, bei Twitter bekannt als @Giraffentiger und selbstverständlich habe ich ihre Erlaubnis eingeholt, das hier zu publizieren und auch mit der Möglichkeit, sie bei weitergehendem Interesse zu kontaktieren. Das Thema ist einfach zu wichtig, als dass es in Timelines untergeht oder in Facebook-Strömen versinkt.

Am vergangenen Wochenende nahmen meine Schwester und ich an einem Seminar im Emsland teil. Das ist nicht weiter interessant, aber wenn man den Titel des Seminars hört und unsere Familiengeschichte kennt, ändert sich das sehr schnell. Die Veranstaltung hatte den Titel „Tätergeschichten“ und handelte u.a. von den Wärtern und Bediensteten des KZ Esterwegen im Emsland. Ein Vortrag handelte von Bernhard Rakers, dem „schwarzen Teufel“. Dieser Bernhard Rakers ist unser Großvater.
Ich hatte mit vielem gerechnet, mit Anfeindungen, Vorwürfen, was aber was dann passierte, war außerhalb meines Vorstellungsvermögens. Bei der Vorstellungsrunde erschrak ich, als ich realisierte, dass auch Angehörige von Opfern an dem Seminar teilnahmen. Natürlich hätte ich damit rechnen können, aber aus irgendeinem Grund war mir dieser Gedanke nie gekommen. Meine Schwester und ich gaben uns schon am Freitagabend als Enkel von Bernhard Rakers zu erkennen, aber an dem Abend gab es keine Nachfragen an uns, nur hin und wieder einen verstohlenen Blick.
Am Samstag um 11 Uhr war es dann soweit und der Vortrag über unseren Großvater wurde gehalten. Wir erfuhren wenig Neues über seine Taten, da wir die Prozessunterlagen hatten und wussten, dass Bernhard Rakers ein grausamer Mensch gewesen ist, der unendlich viel Leid über die Internierten und ihre Familien gebracht hat. Nach dem Vortrag hatte ich die Möglichkeit, das Wort zu ergreifen und brachte mein Entsetzen darüber zum Ausdruck, dass Bernhard Rakers 1972 von einem SPD – Ministerpräsidenten begnadigt wurde. Ich las aus den Schreiben zum Gnadengesuch des Rechtsanwaltes meines Großvaters vor, der ihn schon bei den Hauptprozessen als freiwilliger Pflichtverteidiger verteidigt hatte. Ich berichtet von meiner Fassungslosigkeit, dass, durch diesen Umgang mit NS-Verbrechern, die Opfer ein weiteres Mal verhöhnt würden.
Nach dem Vortrag kam eine Frau auf mich zu, deren Vater 1934 im KZ Esterwegen getötet wurde, nahm mich in den Arm und bedankte sich für meine Worte. Nicht nur sie, sondern auch andere Opferangehörige sagten uns in den nächsten Tagen, dass die Tatsache, dass wir dagewesen seien und wie wir von von den Taten unseres Großvaters gesprochen haben, für sie eine Heilung in Gang gesetzt hat. Sie hatten befürchtet, auf Angehörige zu treffen, die das Handeln der KZ-Verbrecher bagatellisieren oder rechtfertigen.
Warum schreibe ich das? Um zu zeigen, dass meine Schwester und ich etwas Gutes getan haben? Nein!! Ich schreibe das, um alle Angehörigen von Tätern zu ermutigen, ihr Schweigen zu brechen, Familiengeheimnisse offenzulegen, weil es für die Opfer und ihre Angehörigen wertvoller ist, als jede Entschädigungszahlung.
Wenn es gelingt, dass Täterkinder und -enkel den Opferkindern und –enkeln die Hände reichen, können wir uns zusammentun und das tun, was das Einzige ist, das dem Tod so vieler noch einen Sinn geben könnte, nämlich gemeinsam verhindern, dass so etwas noch einmal passiert und jede Form von Nationalsozialismus bekämpfen!!!

Danke schön! Thank you! Merci! Grazie! Gracias!

10. April 2013

Über jeden einzelnen Geburtstagsglückwunsch habe ich mich sehr, sehr gefreut, konnte aber leider nicht antworten -zumindest nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte-, da ich ja an meinem Geburtstag in Rom bei den alten Steinen war.

Daher auf diesem Weg ein herzliches Danke an:

@sparschaeler, @theswiss, @diepauliane, @quotenrocker, @HansW_Metzger, @e13kiki, @textundblog, @unverlierbar, @rim_light, @gawd668, @Flotzge, @Chaos2, @stpauli, @ol_sen, @TheScovillain, @emathion, @michaelhein, @Mazingu_Dinzey, @geissy69, @Hanseator, @Nico79, @berlinscochise, @xeniCds, @lostinnippes, @terrorzicke, @baziblogger, @xxlhonk, @Mahqz, @nick_f95, @FrauRausHH, @heinzkamke, @Hoenower, @rebiger, @Frittenbuddhist, @OleZeisler, @MikeGlindmeier, @Doc_Zook, @breitnigge, @bltgrtsche, @Carsten_Schulz, @Ina_Steinbach, @DerUebersteiger, @stadtneurotikr, @Aquii, @MissMarple76, @anjam_DD, @TaschaCL, @Fischblog, @jbenno, @Foxxibaer, @Roterhai, @KiezkickerDe, @Sarahkiez, @RatzRuebe, @charmingLiisa, @BigEasyMuc, @keanofcu, @Zitronenjette20, @Arne1904, @Wickie, @bhuti, @jana_log, @isntfamous, @anei_ise, @bucanero1910, @kuschelpunker, @ColliniSue, @probek

sowie Tom, Angelika, Ruth, Christa, Claudia, Gabi M., Danny, Silvia, Rolf, Jette, Hajo, Robert, Bodo, Malte, Lukasz, Ute, Patrick, Tobias, Mo, Christoph, Manuela, Nathan, Ingrid, FC St. Pauli, Frank und die Hoffemer, Katja, Jürgen, Sabine, Alex, Maxi, Christian, Michael, Isabel, Claus, Edgar, Stefan, Gina, Heidi, Norbert, Astrid, Otto, Gabi L., Hellprayer, die verrückten Kollegen, Christian, Claus, John, Georg

für Tweets, Facebook-Nachrichten, DMs, SMS, WhatsApps, Anrufe und Handshakes.

Das allerbesonderste Dankeschön geht aber an Muddi <3

Inmitten des Colosseums von Rom sitzen und über ein iPhone mit Ro(a)ming Grüße abrufen hatte was :)

HAPPY NEW YEAR 2013

1. Januar 2013

Für die Freunde der Pyrotechnik eins meiner Lieblingsvideo, zwar aus 2011, aber zeitlos.

Und ansonsten allen ein frohes, gesundes, spannendes, glückliches, zufriedenes Neues Jahr 2013. Ich hoffe, wir sehen uns wieder an dieser Stelle oder auch woanders.

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 1.157 Followern an