Das ist jetzt so ein Artikel, der meine Leser wahrscheinlich eher weniger interessiert (Edit: stimmt gar nicht..), aber ich muss mit meinem Zorn wohin und wo geht das besser als im Blog? Für die weniger Ponyhof-Affinen: einfach ein anderes Mal wiederkommen.
Erzählte ja, dass mein Superschmied, der das Pferd seit über 10 Jahren fantastisch beschlägt und dazu ein lieber Freund ist, wegen Rücken nicht mehr kann. Also habe ich mir einen neuen gesucht. Wenn man allerdings Champions League Schmied gewohnt ist, muss man sich auf Abstriche vorbereiten, aber das, was vorgestern passiert ist, ist kein Abstrich, sondern eine Katastrophe.
Wollte dem Pferd gut und wollte einen “Schneebeschlag”, sogenannte Hufgrips, damit er nicht mehr auf Eisschollen stehen muss, die sich an den Hufeisen bilden. Dieser “Schmied” kam um 17.10 Uhr und brauchte geschlagene drei Stunden, um die Hufe und die Eisen und die Grips zu bearbeiten (normal wären so eineinhalb Stunden, weiß ich jetzt). Ich fand -aus Laiensicht- dass er die Zehe zu kurz geschnitten hat vorne und auch ziemlich lange das Eisen aufgebrannt hat und ich weiss auch nicht, warum ich da nicht vehementeren Einsrpcuh eingelegt habe, aber ich kannte mich mit Hufgrips nicht aus und ging davon aus, das muss vielleicht so kurz was weiß ich.
Das Pferd lief danach etwas unsicher, auch das schrieb ich dem neuen Beschlag zu, das Gummi-Inlay eben etwas ungewohnt. Weggestellt und am nächsten Abend zum Reiten gekommen. Pferd lahmt. Vorne rechts stark, vorne links mittel. Mir dann den Beschlag selbst genauer angesehen und erschrocken. Das war mir am schlecht beleuchteten Vorabend nicht aufgefallen, aber das sah einfach Scheisse aus.
Versucht, den Stümper anzurufen, Mailbox. Beschlossen, dass ich den auch nicht mehr ans Pferd lassen will, einen anderen Schmied (der bekannterweise sehr gut ist) angerufen und gebeten, dass er kommt. Da wir uns ganz gut verstehen, sagte er zu, gestern mittag um 15.00 Uhr mal nachzuschauen. Tat er. Und war schockiert, entsetzt, erschrocken. So eine schlechte Schmiedearbeit hätte er seit langem nicht gesehen. O-Ton: “der hat Dein Pferd regelrecht hingerichtet. Viel zu kurz geschnitten, viel zu viel Horn verbrannt, viel zu eng gestellt, das Hufgrip eine Nummer zu groß reingequetscht – Katastrophe!”
Eisen sofort runtergemacht, hochgradige Lahmheit beidseitig. Tierarzt geholt. Der ebenso entsetzt. Diagnose: Huflederhautentzündung rechts hochgradig, links mittelgradig. Boxenruhe, Angußverbände, entzündungshemmende Spritzen und stehen. Glauben Sie mir, dass ich geheult habe? Vor Schuldbewusstsein, dass ich so einen Stümper an das Pferd gelassen habe? Dass ich nicht gemerkt habe, dass das einfach zuviel war? Dass ich nicht noch viel früher den Tierarzt gerufen habe? Und dass er so unglaublich tapfer war und so gut erzogen, dass er sich nicht mal gewehrt hat, als es beim Beschlagen wehtat? Stellen Sie sich vor, Sie hauen sich mit einem Vorschlaghammer auf die Fingerkuppe und schrauben diese Fingerkuppe dann irgendwo fest. Dieser Schmerz entspricht in etwa dem Schmerz, den das Pferd hat. Ich bin kein Freund von körperlicher Gewalt, aber wäre er mir gestern über den Weg gelaufen, ich schwöre, ich hätte ihn niedergeschlagen, mit seinem Schmiedewerkzeug, bis ihm alles so weh tut wie er dem Pferd wehgetan hat.
Ich habe es dann bei einem Anruf belassen und ihm die Fakten mitgeteilt und dass ich das Gespräch auch sofort beende, weil ich so aufgebracht bin, dass ich alles Weitere nur noch schriftlich regeln werde.
Jetzt ist erstmal eine Weile Tierarzt und Pflege angesagt, bis die Hufe wieder so weit genesen sind, dass ein orthopädischer Beschlag drauf kann. Großartigerweise haben sich sowohl der rückengeschädigte Freund als auch der Schmied, der gestern kurzfristig geholfen hat, bereiterklärt, wenn es soweit sei, das zu übernehmen.
Soll heißen, jetzt kümmere ich mich erstmal darum, dass das Pferd wieder gesund wird und dann nehme ich mir den Schmied vor. Und ich werde dafür sorgen, dass dieser Pfuscher an kein Pferd mehr kommt, jedenfalls nicht hier in der Gegend. Versprochen.